Fr, 15. Dezember 2017

"Krone"-Ombudsfrau

30.03.2016 08:28

Strenges Sparprogramm auf Kosten der Patienten

Ein Krankentransport kann nur bei Gehunfähigkeit des Patienten/der Patientin in Anspruch genommen werden, heißt es in einer Broschüre der Gebietskrankenkasse. Und so wurden auch zwei Patientinnen in Oberösterreich auf das öffentliche Verkehrsmittel verwiesen. Wenn dieses nicht fährt: Pech für die Patientinnen.

Überall wird gespart, auch bei den Krankentransporten. Das mussten auch zwei Oberösterreicherinnen erfahren. Silke W. kam am Abend mit starken Schmerzen im Kreuz und am rechten Fuß ins Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Man diagnostizierte eine Nervenentzündung. "Schließlich war es halb zwei Uhr in der Früh, ich konnte immer noch nicht ordentlich gehen", erinnert sich die Patientin. Für den Heimweg musste sie 77 Euro fürs Taxi bezahlen. Ein Transportschein, mit dem die Gebietskrankenkasse diese Kosten übernimmt, steht ihr nicht zu.

Mit dieser Entscheidung handelte das Ordensspital ganz nach den Richtlinien der Gebietskrankenkasse, in denen es auch heißt: Keine oder eine schlechte Busverbindungen sind keine Gründe für einen Krankentransport durch die OÖ Gebietskrankenkasse.

Ganz ähnlich wie Silke W. erging es auch Johanna W. Sie wurde nach einem Sturz mit der Rettung in den Med Campus III, wie das Linzer AKH nun heißt, eingeliefert. Mit Schmerzen an der Wirbelsäule und einer Rissquetschwunde, die genäht werden musste. Auch sie erhielt, trotz Schmerzen beim Gehen, keinen sogenannten Transportschein. "Vom AKH zu mir nach Hause sind es 26 Kilometer, die ich mit dem Bus hätte zurücklegen sollen. Von der Bushaltestelle aus hätte ich dann einen Fußmarsch von drei Kilometern zu bewältigen gehabt", ärgert sich die ehemalige Krankenschwester.

"Ob die Voraussetzungen für einen Krankentransport erfüllt sind, prüfen im Einzelfall die behandelnden Mediziner", weiß Clemens Kukacka, Sprecher der Kepler Universitätsklinik.

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