Mo, 18. Dezember 2017

"Krankes" System

28.03.2016 18:47

Alarm: Viele Ärztesprengel sind unbesetzt

In der Serie "Kärn-Thema" schreibt "Krone"-Chefredakteur Hannes Mößlacher diesmal über den bedrohlichen Personal-Engpass bei den Hausärzten in Kärnten...

Man glaubt es kaum: Da ist ein verlängertes Wochenende; da sind die Menschen gerne zu Hause und feiern mit der Familie; da sind zum Glück auch noch viele Urlauber im Land; da grassiert auch noch eine späte Welle an grippalen Infekten; und dann ist in manchen Sprengeln im Land kein einziger Arzt im Dienst!

So geschehen jetzt zu Ostern! Wenn man die Dienstlisten des "hausärztlichen Bereitschaftsdienstes" der Ärztekammer sich genau ansieht, dann fällt einem auf, dass sich in vielen Gegenden des Landes erfahrene, altgediente Mediziner und junge Nachwuchs-Ärzte die Dienste teilen und für die Bevölkerung da sind.

Doch dann gibt es drei Einträge, die Anlass zu berechtigter Sorge sind: So war der Sprengel Völkermarkt/Ruden/Griffen, also immerhin auch eine ganze Bezirkshauptstadt, von Samstagfrüh bis Sonntagfrüh "unbesetzt".

Noch schlimmer allerdings in den großen Gebieten Eisenkappel/Gallizien/Miklauzhof sowie auch Heiligenblut/Winklern/Stall: dort stand von "Samstag 7 Uhr bis Dienstag 7 Uhr" der Vermerk "unbesetzt"…

Bei Notfällen hätte nur ein Hubschraubereinsatz geholfen - oder der bodengebundene Notarztwagen des Roten Kreuzes; im Fall Eisenkappel also von Völkermarkt aus und im Fall Heiligenblut eben von Spittal oder Lienz aus! Und während im Oberkärntner Fall in Winklern immerhin eine Rotkreuz-Ortsstelle mit motivierten Sanitätern rund um die Uhr einsatzbereit ist, wird über eine ähnliche Einrichtung im Fall Unterkärnten nach wie vor nur diskutiert…

Die vor einem Jahr durchgezogene, sogenannte "Reform" der Ärztedienste hat also bestenfalls Kosteneinsparungen gebracht; die Versorgung der Bevölkerung ist dadurch ganz sicher nicht besser geworden. Unbesetzte Sprengel sind einfach nicht zumutbar!

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