So, 17. Dezember 2017

Schweigt zu Brüssel

27.03.2016 08:24

Abdeslam: "In Paris nur Hotels und Autos gemietet"

Der in Brüssel gefasste Salah Abdeslam will bei den blutigen Anschlägen von Paris nur eine logistische Rolle gespielt haben. Wie die französische Zeitung "Le Monde" berichtete, bezeichnete der 26-Jährige den wenige Tage später bei einem Polizeieinsatz getöteten Abdelhamid Abaaoud als Planer der Anschläge, bei denen im vergangenen November 130 Menschen von drei Terrorkommandos getötet wurden. Zu den jüngsten Attentaten in Brüssel, bei denen es sich möglichweise um einen Racheakt für seine Festnahme handelt, schweigt der Terrorist beharrlich.

"Es ist Abaaoud. Ich weiß das durch meinen Bruder Brahim. Er ist es, der mir gesagt hat, dass Abaaoud der Verantwortliche war", sagte Abdeslam laut der Zeitung, die sich in ihrer Samstagsausgabe auf das Protokoll der Befragung beruft. Er habe Abaaoud nur ein Mal zwei Tage vor den Anschlägen getroffen. Die Staatsanwaltschaft in Brüssel wollte den Bericht auf Anfrage nicht bestätigen oder kommentieren. Abdelhamid Abaaouds Leiche wurde bei einem Anti-Terror-Einsatz nahe Paris knapp eine Woche nach den Anschlägen entdeckt.

Brahim Abdeslam hatte sich bei den Anschlägen am 13. November vor einem Pariser Restaurant in die Luft gesprengt. Sein Bruder Salah will vor allem für die Infrastruktur gesorgt haben. "Ich habe die Autos und Hotels zur Vorbereitung der Attentate in Paris gemietet", berichtete der 26-Jährige laut Zeitung. Das habe er auf Wunsch seines Bruders Brahim gemacht. "Jedes Mal, wenn ich etwas bezahlen musste, um diese Attentate vorzubereiten, kam das Geld von Brahim."

"Habe nur das Auto gefahren"
Bei den Anschlägen war Abdeslam laut seinen Angaben Teil jenes Kommandos, das sich im Stade de France in Saint-Denis in die Luft sprengen sollte. Dort spielte gerade die französische Nationalmannschaft gegen das deutsche Team. "Ich habe meine drei Passagiere abgesetzt und bin weitergefahren", so Abdeslam. Er sei dann ziellos durch die Gegend gefahren und habe das Auto irgendwo geparkt.

Den Sprengstoffgürtel, der später gefunden wurde, habe er weggeworfen und seinen Freund Mohamed Amri kontaktiert. Der alte Bekannte aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek und ein weiterer Bekannter, Hamza Attou, holten Abdeslam in Paris ab und brachten ihn nach Belgien. Amri und Attou wurden nach den Pariser Anschlägen in Belgien festgenommen.

Seit Brüssel-Attentaten schweigt der Terrorist
Abdeslam will seit den Anschlägen von Brüssel mit mindestens 31 Toten und 271 Verletzten nach Angaben des belgische Justizministers Koen Geens nicht mehr mit Ermittlern sprechen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der vor einer Woche in Brüssel gefasste Abdeslam unmittelbar nach den Anschlägen am Dienstag verhört wurde, aber nichts gesagt habe.

Er habe bei seinen Befragungen auf sein Recht zu schweigen beharrt. Abdeslams Anwalt hatte zuvor erklärt, sein Mandant habe nichts von den Vorbereitungen für die Anschläge in dieser Woche gewusst.

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