Mi, 13. Dezember 2017

Plattform warnt

25.03.2016 15:24

Machen Traglufthallen krank? Land kontert Hysterie

Traglufthallen sind offenbar der einzige Ausweg, um fehlenden sonstigen Asylquartieren entgegenzusteuern. Die Plattform Bleiberecht sieht dort "untragbare Zustände" und fordert sogar die sofortige Schließung der Halle in Hall. Bei den verantwortlichen Tiroler Sozialen Diensten (TSD) versteht man diese Aufregung nicht.

Vor knapp zwei Monaten bezogen Flüchtlinge in Hall die erste Traglufthalle, die nächste für mehr als 200 Personen wird nun in Innsbruck im Gewerbegebiet Mühlau/Arzl fertiggestellt.

Die Plattform Bleiberecht ortet gravierende gesundheitlichen Folgen - vor allem durch Lärm. Die Behauptungen: Alle TSD-Angestellten in Hall seien im Krankenstand, weil sie z. B. an Tinnitus und erhöhter Infektanfälligkeit leiden würden. Die Bewohner würden in den offenen Schlafkojen aufgrund der Hallen-Akustik nicht zur Ruhe kommen. Probleme mache auch der dauernde Überdruck (nötig, damit die Hülle stabil ist). Zudem habe es auf dem engen Raum Ansteckungen mit Windpocken gegeben.

Die Plattform Bleiberecht will die sofortige Schließung der Halle in Hall. Wie die stattdessen geforderten "adäquaten Unterkünfte" beschafft werden sollen, wird aber nicht dargelegt.

"Es ist verantwortbar"

"Diese Hallen lindern Not und wir können die dortige Unterbringung mit gutem Gewissen verantworten", kontert der TSD-Verantwortliche Georg Mackner.

Er bestätigt, dass es zwei Mitarbeiter mit Gehörproblemen gebe, die Traglufthalle als alleinige Ursache sei aber keineswegs erwiesen. "Trotzdem sind wir Anregungen von Ärzten immer sehr ernst", betont Mackner. So schnell wie möglich, auch wenn dies einige Monate dauern könne, würden die Bewohner in feste Quartiere gebracht. Die zuständige Sozial-LR Christine Baur (Grüne) verweist auf ein Gutachten der Landessanitätsdirektion, das die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Traglufthallen bescheinigt habe.

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