Di, 21. November 2017

„Nicht so leicht“

25.03.2016 14:21

Ein-Euro-Jobs für Asylwerber: AMS-Chef skeptisch

AMS-Chef Johannes Kopf hat sich am Freitag skeptisch zu den in Deutschland überlegten Ein-Euro-Jobs für Asylwerber geäußert. Das Thema sei "nicht ganz einfach". Diese Jobs müssten zusätzlich angeboten werden, sie müssten gemeinnützig und "wettbewerbsneutral" sein, das heißt, dass andere Jobs dadurch nicht verdrängt oder verhindert werden. "Das ist nicht so leicht", gab Kopf zu bedenken.

Vorstellen kann sich der AMS-Vorstand eine Residenzpflicht für Asylberechtigte. Dazu müssten sie aber vorher in ganz Österreich einigermaßen gleich verteilt werden und auch die Qualifikation müsste berücksichtigt werden, so Kopf im Ö1-"Mittagsjournal".

Seinen vor einiger Zeit gemachten Vorschlag, Asylwerbern schon nach drei Monaten eine Arbeitserlaubnis zu geben, relativierte Kopf. Er habe lange darüber nachgedacht und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass schnelle Asylverfahren am wichtigsten seien. Der AMS-Vorstand bekräftigte, dass die Arbeitsmarktsituation durch die gestiegene Zahl von Asylwerbern verschärft werde.

Viele Asylwerber "zur Untätigkeit verdammt"
Die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles hatte am Mittwoch in Berlin nach Absprache mit Finanzminister Wolfgang Schäuble angekündigt, Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge zu schaffen, deren Asylverfahren noch laufen. "Das macht auch Sinn, weil die Leute ja jetzt da schon viele, viele Monate sitzen und zur Untätigkeit verdammt sind", so Nahles. 2017 seien in Deutschland 300 Millionen Euro für Maßnahmen vorgesehen, mit denen Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden sollen.

Ein-Euro-Jobs gab es in Deutschland früher in großem Umfang für langzeitarbeitslose Hartz-IV-Empfänger. Flüchtlinge erhalten für diese Zusatzjobs neben den Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz eine geringe Aufwandsentschädigung. Die Jobs werden mit öffentlichem Geld angeboten und dürfen reguläre Arbeitsplätze nicht verdrängen.

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