Do, 14. Dezember 2017

Pech- & Pannenserie

25.03.2016 12:24

Neuer Millionenrückruf und mehr Probleme für VW

Das Wort "Rückruf" hätte gute Chancen, Volkswagen-intern zum Unwort des Jahres gewählt zu werden, wenn es eine solche Wahl denn gäbe. Der große Diesel-Debakel-Rückruf ist in Europa wegen zu hoher Verbrauchswerte ins Stocken geraten, 177.000 VW Passat müssen in die Werkstatt, weil der Motor streiken kann, bei 800.000 VW Touareg und Porsche Cayenne (in Österreich 6200) können die Pedale klemmen, und dann ist da noch das Damokles-Schwert USA…

Der Konzern hat im Abgasrechtsstreit in den USA einen letzten Aufschub vom für Hunderte Zivilklagen zuständigen Richter Charles Breyer erhalten, um "spezifische und detaillierte" Vorschläge für einen Plan zur Umrüstung oder zum Rückkauf der etwa 580.000 Diesel, die in den USA von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffen sind, vorzulegen. Deadline ist jetzt der 21. April. Danach könnte er anordnen, die Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen.

VW muss sich in der Affäre um manipulierte Emissionswerte mit Hunderten Zivilklagen wegen Betrugs, Vertragsbruchs und Verstößen gegen Umweltgesetze auseinandersetzen. Vor allem eine Zivilklage des Justizministeriums im Auftrag der Umweltbehörde EPA, die Strafen von über 45 Milliarden Dollar (gut 40 Milliarden Euro) wegen Verstößen gegen Umweltgesetze fordert, ist für den Konzern brisant. Bußgelder in dieser Höhe gelten zwar als unwahrscheinlich. Doch mit der geforderten Summe liegt die Latte für einen Vergleich hoch.

Rückrufprobleme in Europa mit und ohne Dieselskandal
Viele Kunden (aber auch Nicht-Kunden) fragten sich von Anfang an, wie VW es wohl schaffen will, das Abgasverhalten der Skandaldieselmotoren so zu verändern, dass es den Normen entspricht, ohne Einfluss auf Motorleistung und Verbrauch zu nehmen. Und tatsächlich verzögert sich der Rückruf der betroffenen 2,0-Liter-Motoren wegen einer fehlenden Freigabe durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Offiziell ist über Gründe nichts zu erfahren, doch dem Vernehmen nach gibt es laut Informationen aus Konzernkreisen Probleme mit möglicherweise höheren Kraftstoff-Verbrauchswerten. Und genau das will das KBA nicht hinnehmen, von einer "Null-Toleranz-Linie" ist die Rede.

Die anderen Rückrufe, also die von Passat, Touareg und Cayenne, haben zwar nichts mit dem Diesel-Skandal zu tun, passen aber genau in ein Bild, das Volkswagen in der Krise überhaupt nicht gebrauchen kann. "Wenn es nicht gut läuft, läuft es nicht gut", heißt es dieser Tage aus Konzernkreisen.

Ein Thema, das schön langsam keiner mehr hören kann -das uns aber noch richtig lange beschäftigen wird.

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