So, 19. November 2017

Ab Dienstag auf ORF

24.03.2016 16:07

„Guten Morgen Österreich“: Frühstücks-TV vor Start

In Obertauern in Salzburg startet der ORF am Dienstag sein Frühstücksfernsehen "Guten Morgen Österreich". Knapp 25 Jahre nach den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern und über zehn Jahre nach dem österreichischen Privatsender Puls 4 nimmt damit auch der ORF die Morgenzone ins Visier.

Das neue Früh-Format wird wochentags zwischen 6 und 9 Uhr ausgestrahlt. Eva Pölzl und Lukas Schweighofer führen als Hauptmoderatoren gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen aus den Landesstudios durch die Sendung. Am Beginn jeder "Guten Morgen Österreich"-Ausgabe steht die erste Früh-"ZiB" um 6 Uhr.

Danach folgen drei Stunden Live-Moderation mit bekannten Frühstücks-TV-Elementen wie dem jeweiligen Top- und Service-Thema des Tages, das mit Studiogästen besprochen wird, praktischen Tipps und Tricks der "Guten Morgen Österreich"-Experten von Armin Assinger bis Maggie Entenfellner, Rubriken wie einem täglichen "Kalenderblatt", dem "Guten Morgen Wetter" um viertel nach und viertel vor sowie "ZiBs" zur halben und vollen Stunde. Jeder Wochentag ist einem übergeordneten Thema gewidmet, von Gesellschaft und Kultur über Gesundheit und Natur, Film und Fernsehen, Arbeit und Wirtschaft bis hin zu Freizeit und Sport.

Mobiles Studio
Gesendet wird aus einem 35 Quadratmeter großen mobilen Studio, das aus zwei verbundenen Trailern besteht: zehn Meter lang, fünf Meter breit, vier Meter hoch, 18 Tonnen Gesamtgewicht. Gezogen werden die beiden dreiachsigen Trailer von je einer 480 PS starken MAN Steyr/Wien-Zugmaschine. Die Idee zum Truck hatte vor zehn Jahren schon Puls 4 für sein Frühstücksfernsehen "Café Puls". Wegen der logistischen Herausforderung in der kalten Jahreszeit und den hohen Kosten hatte man dort die Truck-Pläne aber wieder verworfen.

"Magie des Regionalen"
Neu am ORF-Frühfernsehkonzept ist vor allem der regionale Zugang. Jede Woche steht ein anderes Bundesland auf dem Tourplan, jeden Tag eine andere Gemeinde. ORF-Chef Alexander Wrabetz sprach im Vorfeld des Sendestarts von der "Magie des Regionalen" und davon, dass die Zuschauer auch im Fernsehen die "Nähe zu ihrer Heimat" wünschen. TV-Kritiker orten hinter dem vom Salzburger ORF-Landesdirektor Roland Brunhofer entwickelten Konzept darüber hinaus den strategischen Nebeneffekt, im ORF-Wahljahr bei den Bundesländern guten Wind für die amtierende ORF-Führung zu machen.

Zum Auftakt von "Guten Morgen Österreich" geht es nach dem Osterwochenende nach Salzburg. Nach dem Start in Obertauern folgen Werfen (30. März), Grödig (31. März) und Mattsee (1. April). Danach geht es von 4. bis 8. April in Vorarlberg weiter: Feldkirch, Zwischenwasser, Rankweil, Klaus und Götzis werden angesteuert. Ab 11. April macht "Guten Morgen Österreich" in Niederösterreich Station, ab 18. April im Burgenland. Es folgen nochmals Salzburg sowie die Bundesländer Kärnten, Oberösterreich, Wien, Steiermark und Tirol.

Platz eins bis Jahresende angestrebt
Der ORF will mit "Guten Morgen Österreich" die Marktführerschaft in der Frühzone von Puls 4 zurückgewinnen. Durchschnittlich 217.000 Österreicher sahen 2015 zwischen 6 und 9 Uhr fern. Die Wochenreichweite lag bei 1,2 Millionen Sehern. Mangels Aktivitäten liegt der ORF in der Frühzone inzwischen deutlich hinter Puls 4. Der Privatsender brachte es mit "Café Puls" 2015 durchschnittlich auf 19,6 Prozent Marktanteil, ORF 2 auf elf Prozent, das RTL-Frühstücksfernsehen "Guten Morgen Deutschland" auf 5,7 Prozent, Servus TV mit seinem "Servus am Morgen" auf 3,5 und das ARD/ZDF-"Morgenmagazin" auf 2,6 Prozent.

12.000 Euro Kosten pro Stunde
"Das Wetterpanorama hat über Jahrzehnte gut funktioniert. Aber unsere Konkurrenten haben uns in der Morgenzone überflügelt. Es kann einfach nicht mehr sein, dass wir erst um 9 Uhr aufsperren", so Wrabetz. Bis Jahresende will man wieder auf Platz eins vorrücken. Über 30 neue Posten wurden dafür geschaffen. Das Budget für "Guten Morgen Österreich" beträgt 12.000 Euro pro Stunde. Bei 600 Stunden Programm im Jahr macht das Netto-Kosten von rund sieben Millionen Euro, ein Teil davon soll durch Sponsoring wieder hereingespielt werden. Wrabetz: "Ein finanziell herausforderndes, aber leistbares Projekt."

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