Sa, 26. Mai 2018

Drei Jahre Haft

23.03.2016 14:08

Drogen im Netz gehandelt: 34-Jähriger verurteilt

Acht Jahre lang hat ein heute 34-jähriger Niederösterreicher über das Internet einen regen Drogenhandel geführt. Am Mittwoch wurde er deswegen am Landesgericht Wiener Neustadt zu einer teilbedingten Haft von drei Jahren, davon zwölf Monate unbedingt, verurteilt. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Somit ist die Entscheidung nicht rechtskräftig.

Schon mit 17 Jahren begann der Beschuldigte, Suchtgift zu konsumieren. Zunächst besuchte er Partys in Wien. "Das war wie ein Urlaub vom Alltag. Ich bin euphorischer gewesen. Aber dann ist mir das alles zu teuer geworden." Und so kam die Idee, sich im Internet Drogensubstanzen zu besorgen und selbst damit zu handeln. "Das war eine Erlösung vom Party-Stress", sagte der Angeklagte am Mittwoch vor einem Schöffensenat.

Arbeitslos und noch immer bei seiner Mutter wohnend, dürfte der junge Mann den Bezug zur Realität verloren haben. Er lebte in seiner Drogen-Welt, "zog einen höchst professionellen Internethandel, einen sogenannten Postkastenhandel, auf, hat zum Teil Drogen selbst hergestellt", so die Staatsanwältin.

"Ich war doof und relativ Banane"
Nahm er keine Drogen, fühlte er sich "minderwertig, ich habe auch starke Depressionen und Angst vor der Zukunft gehabt", so der 34-Jährige. Durchschnittlich brauchte er für seinen eigenen Drogenkonsum 40 Euro am Tag. Rückblickend beschrieb er seinen Zustand so: "Ich war doof und relativ Banane."

Dazu kam, dass er sich im Drogenrausch regelmäßig kinderpornografische Darstellungen im Internet ansah. Durch einen "Freund" flog der Niederösterreicher letztlich auf. Das Gericht erteilte dem Angeklagten zusätzlich zur Gefängnisstrafe die Weisung zu einer Entwöhnungstherapie und Bewährungshilfe.

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