So, 19. November 2017

Goldener Handschlag

23.03.2016 11:04

6,35 Millionen € Abfertigung für Ex-OMV-Chef Roiss

Den Ölkonzern OMV kommt der vorzeitige Abgang von Gerhard Roiss teuer zu stehen. Der Ex-Chef des teilstaatlichen börsennotierten Unternehmens bekommt in Summe eine Abfertigung in Höhe von 6,35 Millionen Euro, die sich auf mehrere Tranchen aufteilt.

Das ist aber noch nicht alles, denn dazu kommen laut der Mittwochsausgabe des "Kurier" noch späte Bonuszahlungen: Am 30. Juni 2016 sind 2,17 Millionen Euro fällig, außerdem bekommt Roiss noch eine Firmenpension.

Roiss hat als einziges OMV-Vorstandsmitglied Anspruch auf eine leistungsorientierte Firmenrente aus der Pensionskasse, die das Unternehmen unabhängig von der Performance der Pensionskasse garantiert. 2014 habe die OMV demnach für Roiss etwas über eine Million Euro an die Pensionskasse überwiesen.

Roiss trat Mitte 2015 zurück, sein Vertrag wäre bis März 2017 gelaufen. Mehr als 17 Jahre lang hat er die OMV als Vorstand mitgeprägt, seit 2011 stand er an der Spitze des Konzerns. Der Deutsche Rainer Seele, zuvor Chef des deutschen Öl- und Gasproduzenten Wintershall, folgte Roiss nach.

Türkische Justiz will Roiss verklagen
Seine Zeit bei der OMV wirkt auf Roiss aber auch in anderer Hinsicht noch nach: Die türkische Justiz geht seit Monaten gegen Medienunternehmen vor. Ein Istanbuler Staatsanwalt bereitet in diesem Zusammenhang eine Klage gegen einen Medienkonzern-Chef und einen Banken-Vorsitzenden sowie auch gegen Roiss wegen mutmaßlicher Beteiligung an einem Benzin-Schmugglerring vor, berichteten der türkischen Regierung nahestehende Zeitungen am 17. März.

Die Vorwürfe gehen auf den Zeitraum 2001 bis 2007 zurück, als die Dogan Holding und Isbank noch Aktionäre beim Benzinhändler Petrol Ofisi waren. Die OMV stieg im Jahr 2006 als Minderheitsaktionär ein und übernahm Petrol Ofisi im Jahr 2010 komplett. Auch der aktuelle OMV-Finanzvorstand David Davies wird laut den regierungsnahen Zeitungen "Star" und "Aksam" als einer von 47 Beschuldigten geführt, schreibt die Finanznachrichtenagentur "Bloomberg". Die OMV will ihre Türkei-Tochter nun wieder verkaufen, wie sie im Februar überraschend bekannt gab.

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