So, 17. Dezember 2017

Blutbad in Brüssel

22.03.2016 17:37

Reaktionen: "Europa ist bis ins Mark getroffen"

Die Terroranschläge in Brüssel sorgen weltweit für Entsetzen. Während in Belgien die höchste Warnstufe gilt, rufen diplomatische Vertretungen ihre eigenen Staatsbürger zu erhöhter Wachsamkeit auf. Zahlreiche Regierungen haben ihr Mitgefühl und ihre Solidarität mit der belgischen Bevölkerung bekundet. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte brachte die allgemeine Stimmungslage auf den Punkt: "Europa ist bis ins Mark getroffen." Bundeskanzler Werner Faymann sicherte Belgien jede erforderliche Unterstützung zu.

Frankreichs Präsident Francois Hollande erklärte: "Durch die Anschläge in Brüssel ist ganz Europa getroffen." Deshalb sei es nötig, dass Europa "die notwendigen Vorkehrungen gegenüber der Schwere der Bedrohung" ergreife. Frankreich werde den Kampf gegen den Terrorismus unerbittlich fortsetzen. Zuvor hatte Innenminister Bernard Cazeneuve erneut eine engere europäische Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror verlangt.

Video: EU-Chefdiplomatin bricht bei Rede in Tränen aus

Cameron: "Terroristen niemals gewinnen lassen"
Der britische Premierminister David Cameron sagte nach einer Krisensitzung seines Kabinetts: "Wir werden diese Terroristen niemals gewinnen lassen. Heute ist ein Tag des Mitgefühls, des Beileids und auch der Verstärkung unserer eigenen Sicherheit." Europa müsse im Anti-Terror-Kampf zusammenstehen.

Rutte: "Europa ist bis ins Mark getroffen"
Der niederländische Regierungschef Mark Rutte verurteilte die Anschläge in Brüssel aufs Schärfste. "Dies ist vorsätzlicher Mord", sagte er in Den Haag. "Brüssel ist bis ins Mark getroffen, Belgien ist bis ins Mark getroffen, Europa ist bis ins Mark getroffen." Die Niederlande haben derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Merkel bestürzt über das, "was sie uns angetan haben"
Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel brachte angesichts der Terroranschläge in der belgischen Hauptstadt tiefer Bestürzung und Trauer über das, "was die Terroristen den Menschen in Brüssel angetan haben, was Terroristen uns allen angetan haben" zum Ausdruck. Belgien werde alle Unterstützung von Deutschland erhalten, betonte sie.

Nach Angaben des deutschen Umweltministeriums haben die Anschläge in Brüssel momentan keine Auswirkungen auf die Sicherheit deutscher Atomanlagen. "Für die Einschätzung der Gefährdung in Deutschland sind die Bundessicherheitsbehörden zuständig", teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Demnach lägen "aktuell keine Erkenntnisse vor, die auf eine konkrete Gefährdung der deutschen Atomkraftwerke hinweisen und zusätzliche Sicherungsmaßnahmen erforderlich machen würden".

Rajoy: "Der Terrorismus wird uns nie besiegen"
Nach den Worten des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird der Terrorismus die demokratischen Kräfte in Europa nicht besiegen. "Die Einheit der Demokraten in der EU wird immer der Barbarei und dem Unrecht überlegen sein", betonte er nach den Anschlägen in Brüssel. "Der Terrorismus wird es nicht schaffen, uns zu besiegen."

Griechische Regierung: "Wir sind alle Brüsseler"
Griechenland reagierte mit einer emotional geladenen Erklärung auf die Terroranschläge in Brüssel: "Die Hauptstadt unserer Europäischen Union wird angegriffen. Wir trauern um die Toten. Wir sind alle Brüsseler", teilte das griechische Außenministerium auf Twitter mit. Die Demokratie werde den Terrorismus besiegen, hieß es weiter.

Sobotka: "Angriff auf Kernwerte der Demokratie"
Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka verurteilte die Anschläge als "Angriff auf die Kernwerte von Demokratie und Freiheit". Er sei schockiert über die Nachrichten aus Belgien und spreche den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus, sagte der Sozialdemokrat in Prag. Der belgischen Regierung versprach Sobotka Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus.

Obama: "Alles tun, was notwendig ist"
US-Präsident Barack Obama erführ während seines Kuba-Besuchs von den Terroranschlägen in Brüssel. Er verurteilte "diese abscheulichen Anschläge". Sie "erinnern uns umso mehr daran, dass die Welt zusammenstehen muss". Alle müssten Seite an Seite gemeinsam gegen das Übel des Terrorismus kämpfen. "Wir werden alles tun, was notwendig ist, um unseren Freund und Verbündeten Belgien dabei zu unterstützen, diejenigen vor Gericht zu bringen, die dafür verantwortlich sind." Nach Angaben des Weißen Hauses hatte Obama zuvor mit dem belgischen Premierminister Charles Michel telefoniert und ihm seine Unterstützung zugesichert.

Putin: "Barbarische Verbrechen"
Der russische Präsident Wladimir bezeichnete die Anschläge in Brüssel als "barbarische Verbrechen". Der Terrorismus kenne keine Grenzen und müsse daher in aktiver internationaler Zusammenarbeit bekämpft werden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Putin habe dem belgischen König Philippe sein Beileid ausgesprochen.

Davutoglu: "Anschläge zeigen globales Gesicht des Terrors"
Auch der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu verurteilte die Anschläge in Brüssel. Sie zeigten einmal mehr das "globale Gesicht des Terrors", sagte er bei einer Versammlung vor Mitgliedern der islamisch-konservativen Regierungspartei in Ankara. "Ich bekunde der belgischen Regierung und dem Volk mein Beileid und teile im Namen unseres Volkes das Gefühl der Solidarität."

Papst Franziskus betet für die Opfer
Papst Franziskus verurteilte die "blinde Gewalt" bei den Terroranschlägen in Brüssel. Dies erklärte der vatikanische Pressesprecher Pietro Parolin, der im Namen des Heiligen Vaters dem Brüsseler Erzbischof Jozef De Kesel ein Kondolenzschreiben des Papstes übermittelte. Franziskus bete für die Todesopfer und schließe sich dem Gebet ihrer Angehörigen an. Er fühle sich allen Belgiern in dieser dramatischen Situation nahe, berichtete Parolin.

Mikl-Leitner: Anlass zur Sorge, aber kein Grund für Panik
Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner verurteilte die Anschläge in Brüssel aufs Schärfste und bekundete ihr Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer. Ziel der Attentäter sei es, die Gesellschaft zu spalten sowie die europäischen Werte und die freie Gesellschaft anzugreifen. Mikl-Leitner warnte, dass die Hintermänner bestens ausgebildet und vorbereitet und darauf fokussiert seien, in der freien Welt Angst und Schrecken zu verbreiten. Dem müsse man sich entgegenstellen.

Mikl-Leitner sieht nach dem Terror in Brüssel zwar Anlass zur Sorge, aber keinen Grund für Panik. Sie betonte, dass man die Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen verstärkt habe. Zudem gebe es mehr polizeiliche Präsenz bei internationalen Organisationen, an den Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mikl-Leitner betonte, dass seit den Anschlägen in Paris auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt ohnehin von einer erhöhten Terrorgefährdung ausgegangen werde. Es handle sich derzeit für Österreich um eine "abstrakte Gefährdung".

Video: Mikl-Leitners Pressestatement zu den Brüsseler Anschlägen

Kurz: "Werden uns Barbarei entschieden entgegenstellen"
Auch Außenminister Sebastian Kurz verurteilte die "feigen Terrorakte" in Brüssel, die aber Europa "nicht erschüttern" könnten. "Wir werden uns dieser Barbarei entschieden entgegenstellen."

Faymann und Mitterlehner: "Feige, barbarische" Anschläge
Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner veröffentlichten ein gemeinsames Statement: "Diese Anschläge gegen die Zivilbevölkerung im Zentrum Europas tragen eine feige und barbarische Handschrift. Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme gilt den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden." Die beiden versprachen auch "volle Unterstützung" für die Regierung in Brüssel.

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