Mo, 11. Dezember 2017

Wahlkampf war schwer

19.03.2016 13:16

"Die Anfeindungen haben mich tief verletzt"

Sie ist die erste weibliche Dorfchefin Mayrhofens und zugleich die erste Bürgermeisterin im Bezirk Schwaz: Religionslehrerin und Kleinvermieterin Monika Wechselberger. Mit der "Krone" sprach sie über verbale Anfeindungen, Frauenpower sowie konkrete Pläne.

In der Stichwahl haben Sie mit 62 Stimmen Vorsprung gewonnen. Wann haben Sie sich entschlossen, überhaupt als Kandidatin anzutreten?

Ich fasste den Entschluss, als mein Vorgänger Günter Fankhauser sein Amt niederlegte. Da wusste ich: Der Zeitpunkt war gekommen.

Und was waren Ihre Beweggründe dafür?

Ich habe miterlebt, dass wichtige Themen im Gemeinderat immer wieder liegen geblieben sind. Um dem entgegen zu setzen, benötigte ich entweder die Mehrheit im Gemeinderat oder ein Bürgermeistermandat. Und das Letztere ist mir nun glücklicherweise gelungen.

Wie haben Sie die Zeit des Wahlkampfes erlebt?

Die Vorbereitung war sehr zeitaufwendig. Aber ich habe ein tolles Team im Hintergrund. Finanzielle Unterstützer hab ich von Vornherein ausgeschlagen, da ich unabhängig bleiben wollte. Das Einzige, das ungewohnt war, waren die Anfeindungen.

Inwiefern wurden Sie verbal angegriffen?

Einige meinten, dass ich als Religionslehrerin und Kleinvermieterin nichts von der Wirtschaft verstehen würde. So nach dem Motto ’Wer wenig Hab und Gut hat, kann nicht rechnen’. Das stimmt nicht und hat mich schon tief getroffen.

Mit dem Sieg in der Stichwahl haben Sie es dann auch Ihren Kritikern gezeigt. Wie fühlten Sie sich dabei?

Ich war schon sehr überrascht über dieses Ergebnis, aber es war auch eine Genugtuung. Ich konnte es nur länger nicht realisieren.

Ist Ihnen das in der Zwischenzeit gelungen?

Ja. Vor allem die Angelobung hat dazu beigetragen. Mich verwunderte nur, dass ich dort wie ein Star behandelt wurde. Als wäre es außergewöhnlich, dass es eine Frau auf den Bürgermeistersessel schaffte. Dieses Verhalten war übertrieben, denn wir Frauen haben generell etwas auf dem Kasten. Die Zillertalerinnen sind für mich zum Beispiel das Rückgrat des ganzen Tales.

Gehören mehr tatkräftige Frauen in die Politik?

Definitiv. Im Vergleich zu Männern bringen wir andere Vorzüge mit, wie zum die Beispiel die Emotionalität. Wir merken schnell, ob sich ein Gespräch zu einem Konflikt entwickelt und können so besser darauf reagieren. Die Männer empfinden oftmals alles als reinen Kampf.

Sie stehen für eine politische Neuausrichtung. Wie sieht dieser Stil konkret aus?

Bei mir wird es mit Sicherheit keine ’Feuderlwirtschaft’ und keine Korruption geben. Jeder einzelne Bürger muss sich an die gesetzlichen Vorgaben halten - egal, um welches Anliegen es sich handelt. Dass Hoteliers Parkplätze ohne Bewilligung erbauen, wird es zukünftig nicht mehr geben.

Welche Themen werden Sie in den kommenden sechs Jahren angehen?

Ich werde einen Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit installieren, der die Bevölkerung über die Geschehnisse im Gemeinderat informieren wird. Es wird auch einen Ausschuss für Wohnraumschaffung geben. Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Wir müssen vor allem jungen Familien endlich etwas bieten - und zwar direkt in Mayrhofen.

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