Mi, 18. Oktober 2017

Landebahn verfehlt

19.03.2016 07:58

Passagiermaschine in Russland abgestürzt – 62 Tote

Tragisches Unglück in Russland: Bei einem Flugzeugabsturz im Süden des Landes sind alle 62 Insassen ums Leben gekommen. Nach Angaben der russischen Behörden verfehlte die Boeing 737 beim Landeversuch auf dem Flughafen von Rostow am Don bei schlechter Sicht die Landebahn, stürzte zu Boden und ging sofort in Flammen auf.

An Bord des Billigfliegers aus Dubai waren demnach 55 Passagiere, darunter vier Kinder, und sieben Besatzungsmitglieder. Das russische Katastrophenschutzministerium hatte zuvor von 61 Opfern gesprochen.

Zweiter Landeversuch ging schief
Die Maschine der Fluggesellschaft FlyDubai kreiste laut den russischen Behörden nach einem abgebrochenen Landeversuch rund zwei Stunden über der südrussischen Stadt, bevor sie trotz der schlechten Wetterbedingungen zum zweiten Mal zur Landung ansetzte.

Überwachungsvideo zeigt den Absturz:

"In dem Moment, als der Pilot eine weitere Schleife fliegen wollte, ist etwas geschehen und die Maschine ist abgestürzt", sagte der Korrespondent unter Berufung auf Ermittler. Zu einem ähnlichen Schluss kamen auch Experten der Webseite flightradar24, die mit GPS-Satellitendaten arbeitet. Die Boeing 737-800 der Gesellschaft FlyDubai sei schon wieder gestiegen, als sie plötzlich "wie ein Stein vom Himmel gefallen sei".

Maschine ging in Flammen auf
Dabei streifte sie mit einer Tragfläche den Boden, zerbrach und ging in Flammen auf. Wie der Fernsehsender LifeNews berichtete, verfehlte die Maschine die Landebahn um rund hundert Meter. Es dauerte eine Stunde, bis der Brand unter Kontrolle war. Die Rettungsmannschaften fanden noch in eineinhalb Kilometern Entfernung Wrackteile. Alle Passagiere waren nach Angaben des TV-Senders Russen, unter der Besatzung waren demnach auch Ausländer.

Heftiger Regen
Das Unglück ereignete sich gegen 01.50 Uhr MEZ. Zu dem Zeitpunkt herrschte heftiger Regen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Tass. Das Katastrophenschutzministerium hätte zudem vor starkem Wind gewarnt. Mehrere Flüge wurden nach Informationen von LifeNews auf den Flughafen im benachbarten Krasnodar umgeleitet. "Das Wetter war schrecklich", erzählte einer der Passagiere, deren Maschine in Krasnodar gelandet war. "Das Flugzeug schwankte furchtbar".

Strafrechtliche Ermittlungen laufen

Die russischen Behörden entsandten 700 Rettungskräfte zum Unglücksort. Der Flughafen wurde abgeriegelt. Die Angehörigen der Opfer wurden von der Presse abgeschirmt in der Ankunftshalle versorgt. Präsident Wladimir Putin ließ den Hinterbliebenen sein Beileid übermitteln, wie der Kreml mitteilte.

Die Behörden leiteten unterdessen bereits strafrechtliche Ermittlungen wegen Verletzung der Sicherheitsbestimmungen ein. Sie schlossen auch einen Pilotenfehler nicht aus. FlyDubai bestätigte unterdessen den Absturz von Flug FZ981 und richtete eine Notfallnummer für die Hinterbliebenen ein. Die Maschine war demnach um 19.20 Uhr (MEZ) von Dubai gestartet. Die Billigfluglinie gehört wie auch die große Schwester Emirates der Regierung von Dubai. Seit ihren Anfängen im Jahr 2008 ist sie stark expandiert. Größere Unfälle wurden bislang nicht bekannt.

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