Sa, 21. Oktober 2017

Zum Fremdschämen

27.03.2016 19:42

Die 9 peinlichsten Polit-Auftritte im Fernsehen

Mit seiner wütenden Darbietung rund um das angebliche "Bestellfernsehen" ORF hat sich ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner in der "ZiB 2" zuletzt ordentlich in die Nesseln gesetzt (Video oben). Vielleicht tröstet ihn das Wissen, dass er in guter Gesellschaft ist: Ob Volksvertreter oder Promi, diese Polit-Auftritte im TV waren ganz schön peinlich.

Der ehemalige BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner machte in der "ZiB 2" im Juli 2012 keine gute Figur, als er von Tarek Leitner zu einer umstrittenen Wahlkampfbroschüre befragt wurde. Petzner geriet so in Rage, dass er sogar fragte: "Darf ich jetzt ausreden?", obwohl Leitner nur seine Hand bewegt hatte. "Ich hab doch kein Wort gesagt", so die erstaunte Antwort.

Video: Stefan Petzner verliert in der "ZiB 2" die Nerven

Sehr erheiternd sind die Fernsehauftritte von Magna-Gründer und Polit-Quereinsteiger Frank Stronach - allerdings eher für die TV-Zuseher als für die Interviewer. Die haben es nämlich schwer, Stronach zu eindeutigen Aussagen zu bewegen und seinen Redeschwall zu unterbrechen. Im November 2012 hatte etwa Armin Wolf ordentlich zu kämpfen, denn schon seine Einstiegsfrage rund um Eurofighter-Geschäfte war für Stronach problematisch. Und es wurde nicht besser - Wolf musste schließlich mehrfach mit einem Gesprächsabbruch drohen.

Video: Armin Wolf droht Frank Stronach mit Gesprächsabbruch

Til Schweiger hat ebenfalls Temperament, wie er nicht nur in seinen Filmen bewiesen hat, sondern auch im Talk bei Sandra Maischberger zum Thema Ausländerfeindlichkeit gegenüber Flüchtlingen. Dem Generalsekretär der CSU, Andreas Scheuer, warf er im vergangenen Oktober ein "Sie gehen mir auf den Sack!" an den Kopf, als dieser sich gegen die Verwendung des Solidaritätszuschlags, der von West- nach Ostdeutschland geht, für die Flüchtlingshilfe aussprach.

Nina Hagen ist eigentlich immer für einen Ausraster gut - kein Wunder, dass die deutsche Rockröhre gern in Talkshows eingeladen wird. Die Nerven verlor Hagen zum Beispiel 1991 mit der späteren deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel bei "Talk im Turm" rund um das Thema Drogensucht:

Apropos Merkel - die hatte ein Jahr später wieder das zweifelhafte Vergnügen, mit einer heißblütigen Frau in einer politischen Diskussionsrunde zu sitzen: Im Juli 1992 wurde über die gesetzliche Neuregelung der Abtreibung diskutiert. Dabei wurde die damalige Frauenministerin Merkel nicht nur von der Abtreibungsgegnerin Karin Struck beleidigt. Diese zog sich noch dazu halb aus, um das Mikrofon loszuwerden, und warf überdies ein Glas, das einen Zuschauer verletzte.

Deutsche Minister haben es in Talkshows generell nicht leicht, scheint es. So machte Politikaktivist Fritz Teufel 1982 den Finanzminister Hans Matthöfer mit einer Spritzpistole nass. Der blieb äußerlich ganz ruhig - bis er sich mit dem Inhalt seines Weinglases revanchierte.

Selbstmitleidig kommt dagegen der Schweizer Bundesrat Moritz Leuenberger daher, der 2001 Fragen von Journalisten zum Luftverkehrsnetz beantwortete. Das war allerdings so gar nicht nach seinem Geschmack. "Das isch doch en Scheiss, oder?", so der von den angeblich unvorbereiteten Interviewern genervte Politiker.

"Sie gehen mir auf'n Keks" - so harsch begrüßte Moderator Michel Friedman 2010 Sebastian Frankenberger. Der hatte es gewagt, in Bayern per Volksentscheid ein Rauchverbot in Gaststätten durchzusetzen, und kämpfte für eine deutschlandweite Umsetzung. Den "Lustfeind" und "Spielverderber" fragte Friedman daher unter anderem: "Spinnen Sie?"

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