Do, 23. November 2017

2-in-1-Detachable

20.03.2016 09:00

Spectre x2: HPs Surface-Pro-4-Rivale im Test

Ein "2-in1-Erlebnis der Premiumklasse" verspricht HP mit seinem "Spectre x2", das die "volle Leistung eines PCs und einer leistungsstarken Tastatur" mit der "Flexibilität eines Full-HD-Tablets in einem einzigen genialen Gerät" vereinen soll. Was an den Marketing-Verheißungen dran ist, hat krone.at getestet.

HPs Spectre x2 setzt sich aus dem rund 820 Gramm schweren Tablet und der dazugehörigen Tastatur zusammen, die das Gesamtgewicht auf rund 1,2 Kilogramm erhöht. Für ein Tablet mit Tastatur-Cover ist das recht schwer, für ein Notebook dagegen sehr annehmbar. Gehüllt wird beides in Aluminium, wodurch das Spectre x2 nicht nur besonders stabil ist, sondern sich auch hochwertig anfühlt.

Tastatur
Dies gilt insbesondere für die magnetisch andockbare Tastatur, deren Schreibgefühl einer "normalen" etwa auf einem Notebook in nichts nachsteht. Der Tastenhub ist trotz der flachen Konstruktion ebenso wie die Tasten selbst angenehm groß, der Druckpunkt knackig, das Touchpad griffig und "gestenfreudig". Einzig bei schräger Nutzung der bei Bedarf hintergrundbeleuchteten Tastatur, was durch einen zweiten Magnet-Haltepunkt am Displayrand möglich ist, federt die Tastatur beim Tippen etwas mit.

Ansonsten lässt sich das Spectre x2 nahezu wie ein Notebook verwenden. Zur "Schoßtauglichkeit" trägt nicht zuletzt der ausklappbare Edelstahl-Ständer bei, der nach dem eher umständlichen Betätigen eines Schiebereglers herausspringt und sich stufenlos um bis zu 150 Grad nach hinten drehen lässt.

Eingabestift
Im Lieferumfang enthalten ist zudem ein Stylus, der demnach neben Touch und Tastatur auch präzise Eingaben mittels Stift bis in die Ecken des Displays erlaubt. Dafür muss dieses nicht einmal berührt werden, darüber zu "schweben" reicht bereits. Einziges Manko: Eine Möglichkeit, den Eingabestift wie etwa bei Microsofts Surface Pro 4 magnetisch am Gehäuse zu befestigen, fehlt. Das Risiko, den Stift versehentlich zu verlieren, steigt dadurch.

Anschlüsse
In Sachen Anschlüssen kann das Spectre x2 leider nicht ganz mit klassischen Notebooks konkurrieren. Neben der obligatorischen Kopfhörerbuchse sowie einem microSD- und SIM-Kartenslot verfügt das Gerät lediglich über zwei USB-3.1-Schnittstellen mit neuem, beidseitig verwendbaren Typ-C-Anschluss. Ein Adapter auf gewöhnliche Typ-A-Stecker liegt zwar bei, einen HDMI- bzw. Display-Port, um das Spectre mit einem Bildschirm zu verbinden, oder auch Ethernet sucht man allerdings vergeblich, was zumindest für den Business-Anwender von Nachteil sein könnte.

RealSense-Kamera
Zur weiteren Ausstattung des Spectre x2 zählen schnelles Dual-Band-WLAN, LTE, Bluetooth 4.0, eine 5-Megapixel-Frontkamera sowie, besonders erwähnenswert, eine 8-Megapixel-Hauptkamera mit Intel-RealSense-Technologie: Die Kombination aus Kameramodul und Infrarotsensor ermöglicht nicht nur Gesichts- sowie Gestenerkennung, sondern auch dreidimensionale Scans von Objekten. Praktische Bedeutung dürfte dies allerdings nur für die wenigsten Nutzer (mit 3D-Drucker, zum Beispiel) haben, alle anderen dürfen sich derweil zumindest an der überdurchschnittlichen Bildqualität der Kamera erfreuen.

Lautsprecher
Groß angepriesen seitens des Herstellers werden außerdem die vom dänischen Audiospezialisten Bang & Olufsen zertifizierten Lautsprecher, von denen sich zwei im Tablet und zwei weitere in der andockbaren Tastatur befinden. Zusammen liefern sie präzisen Klang, insbesondere in den Höhen. Tiefen werden dagegen nahezu vollständig ausgeblendet, was angesichts einer Gehäuse- bzw. Tastaturdicke von lediglich acht und rund fünf Millimetern allerdings nicht sonderlich verwundert.

Display
Das zwölf Zoll große IPS-Display des Spectre x2 löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf, was einer Pixeldichte von 183 dpi entspricht - eine gegenüber den 2736 x 1824 Pixeln (267 dpi) des Surface Pro 4 vergleichsweise geringe Auflösung, die in der Praxis aber mehr als ausreichend ist. Die Farben sind knackig, die Anzeige scharf und selbst aus großem Betrachtungswinkel sehr gut lesbar. Vorausgesetzt, die Sonne spiegelt sich nicht zu sehr auf dem hochglänzenden Display - ein Problem, mit dem allerdings auch die meisten Mitbewerber zu kämpfen haben.

Prozessor, Akku, Speicher
Für den nötigen Antrieb sorgt in der von uns getesteten Variante ein stromsparender Intel-Core-m3-Prozessor (6Y30), wie ihn auch Microsoft in seinem günstigsten Surface Pro 4 verwendet. Vorteile davon sind eine lüfterlose Konstruktion sowie bis zu zehn Stunden Akkulaufzeit, wie HP verspricht. Unseren Erfahrungen nach dürften es bei normaler Mischnutzung eher um die acht Stunden sein, immer noch genug aber, um damit über den Tag zu kommen. Unterstützt wird der Prozessor von vier Gigabyte RAM sowie Intels HD Graphics 515.

Die Kombination aus Prozessor, Arbeitsspeicher und Grafikchipsatz erlaubt flüssiges und zügiges Arbeiten mit und in gängigen Office-Programmen sowie kleinere Spiele. Grafisch aufwändige Anwendungen (z.B. Photoshop) und Games gehören jedoch nicht zur Paradedisziplin des von uns getesteten Modells und sollten wohl besser der Variante mit potenterem m7-Prozessor überlassen werden.

Die kostet mit um die 1300 Euro nur 100 Euro mehr, bringt dafür aber einen mit acht Gigabyte doppelt so großen Speicher sowie eine mit 256 Gigabyte doppelt so große SSD-Festplatte mit sich, wobei an die 30 Gigabyte vom Betriebssystem (Windows 10 Home 64) in Beschlag genommen werden. Beim Spectre x2 mit m3-Prozessor bleiben demnach noch knapp 100 Gigabyte Speicher zur freien Verfügung.

Fazit: HP macht mit dem Spectre x2 nahezu alles richtig: Verarbeitung, Haptik und Design sind großartig, die Tastatur ihres Namens mehr als würdig und der m3-Prozessor ein guter Kompromiss zwischen Leistung und Akkulaufzeit. Angesichts des derzeitigen Preises von rund 1200 Euro dürfte es das 2-in-1-Gerät allerdings schwer haben. Zum einen, weil die Variante mit m7-Prozessor, doppelt so großem Arbeitsspeicher und doppelt so großer SSD nur unwesentlich mehr kostet, zum anderen, weil Microsofts Surface Pro 4 in der vergleichbaren m3-Konfiguration aktuell samt Type-Cover gut 150 Euro günstiger ist, dabei noch dazu leichter und höher auflösend.

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