Di, 21. November 2017

„Nicht vermarktbar“

18.03.2016 09:25

Google stellt Boston Dynamics zum Verkauf

Erst vor wenigen Wochen noch hatte Boston Dynamics die nächste Generation seines Lauf-Roboters "Atlas" vorgestellt, jetzt soll das Robotik-Unternehmen verkauft werden. Google wolle das Unternehmen nach gut zwei Jahren wieder abstoßen, da in den nächsten Jahren keine vermarktbaren Produkte zu erwarten seien, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Mögliche Käufer seien Toyota und der Online-Händler Amazon.

Die Übernahme von Boston Dynamics durch Google Ende 2013 hatte für einige Diskussionen gesorgt, da die Firma auch Roboter im Auftrag des US-Militärs entwickelt hatte. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder aufsehenerregende Videos gegeben, die Fortschritte der Roboter von Boston Dynamics demonstrierten. Erst vor wenigen Wochen wurde die zweite Generation des Laufroboters Atlas gezeigt, der auch auf Schnee im Wald laufen, Türen aufmachen und von alleine aufstehen kann, wenn er umgeschubst wird.

Google hatte sein ambitioniertes Roboter-Programm vor einigen Jahren gestartet und dafür eine Reihe von Unternehmen zusammengekauft. Die treibende Kraft war Andy Rubin, federführender Entwickler und langjähriger Chef des Mobil-Betriebssystems Android, der im Roboter-Projekt eine neue große Aufgabe gefunden hatte. Im Herbst 2014 verließ Rubin aber Google und wurde Internet-Investor. Das Roboter-Programm mit dem internen Namen "Replicant" - wie die Bioroboter im Film "Blade Runner" - soll danach laut Medienberichten von Führungswechseln zurückgeworfen worden sein. Im Dezember sei es ins Entwicklungslabor Google X eingefügt worden - bis auf Boston Dynamics, das zum Verkauf gestellt worden sei, berichtete Bloomberg.

Roboter zu beängstigend?
Laut Protokollen eines Treffens von November, die bei Google auf einer internen Seite veröffentlicht worden seien, wurde Boston Dynamics eine mangelnde Kooperationsbereitschaft mit anderen Bereichen des Konzerns vorgeworfen. Nach dem jüngsten Video warnte die Sprecherin von Google X demnach auch, im Internet gebe es negative Kommentare, dass die humanoiden Roboter beängstigend seien und die Jobs von Menschen übernehmen könnten. "Wir werden dieses Video nicht kommentieren, weil wir dem nicht viel hinzufügen können und die meisten Fragen, die es aufwirft, nicht beantworten wollen", schrieb sie Bloomberg zufolge.

Die bei Bloomberg genannten möglichen Käufer sind beide bereits in der Robotik-Entwicklung aktiv. Amazon entwickelt eigene Roboter für seine Logistik-Zentren und übernahm dafür die Firma Kiva. Sie baut Roboter, die durch Lagerhäuser fahren. Japan gilt als zukunftsträchtiger Roboter-Markt, unter anderem für den Einsatz als Altenpfleger. Andere japanische Unternehmen wie Toshiba oder der Mobilfunk-Konzern Softbank sind in dem Bereich sehr aktiv.

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