Mi, 13. Dezember 2017

"Opfer" schweigen

17.03.2016 10:04

Autobrandserie im Rotlicht-Milieu geht weiter

Erneut ist in der Nacht auf Mittwoch in Innsbruck ein Auto in Flammen aufgegangen. Die Polizei vermutet Brandstiftung. Der mittlerweile 14. Fall einer seit dem Spätsommer 2014 andauernden Anschlagsserie. Die Spuren führen ins Rotlicht-Milieu. Die Betroffenen schweigen…

Mittwoch, gegen 3.20 Uhr Früh: In der Innsbrucker Fischnalerstraße ging ein geparktes Auto in Flammen auf - eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife entdeckte den Brand und schlug sofort Alarm. Wie sich bald herausstellte, war dies wohl das Werk von Feuerteufeln. "Die Verwendung eines Brandbeschleunigers im Bereich des rechten Vorderrades ist sehr wahrscheinlich", hieß es noch am Morgen von Seiten der Polizei.

Mysteriöse Serie

Es war dies nicht der erste derartige Brandanschlag in Innsbruck in der jüngsten Vergangenheit, sondern viel mehr der - zumindest vorerst - letzte Fall einer mysteriösen Serie. "Seit dem Spätsommer 2014 wurden in Innsbruck 13 Fahrzeuge in Brand gesteckt", weiß Markus Hammerl vom Landeskriminalamt Tirol. Mit dem Anschlag Mittwoch Nacht wären es sogar 14 - dieser Fall sei laut dem Experten aber noch nicht ganz geklärt.

Ermittler tappen im Dunkeln

Wer sind die Feuerteufel? Hinsichtlich Täter tappen die Ermittler völlig im Dunkeln. Klar sei mittlerweile jedoch, dass es einen "direkten Bezug zum Rotlicht-Milieu" gibt. Sprich zu den teils kriminellen Banden, bestehend aus Rumänen, Bulgaren und Ungarn.

Dass es noch keine wirklich heiße Spur zu den Tätern gibt, liegt wohl auch an den Opfern, denen das Auto abgefackelt wurde. "Die Betroffenen zeigen sehr, sehr wenig Interesse an den Ermittlungen und auch an der Aufklärung der Fälle", schildert Hammerl weiter.

Zahlreiche Parallelen

Im Verlauf der mysteriösen Serie verdichteten sich die Indizien, dass die Anschläge zusammenhängen. Folgend ein kleiner Auszug:

  • Die unheimliche Serie startet im Sommer 2014. Damals wurde am Mitterweg, wo der illegale Straßenstrich floriert, ein ungarisches Fahrzeug abgefackelt.
  • April 2015: Erneut Pkw-Brand am Mitterweg. Grillanzünder waren im Spiel. Der Besitzer hat angeblich Kontakte ins Sex-Milieu.
  • Ebenfalls am Mitterweg, am Parkplatz der Supermarktkette Merkur, wurde in der Nacht zum 4. August ein BMW ein Raub der Flammen. Brandstiftung!
  • Tage später der nächste Pkw-Brand. Dieses Mal in einer Seitengasse nahe des Hauptbahnhofes. Unweit von einem Bordell entfernt.
  • Am 13. August ging in der Haller Straße ein Wagen in Flammen auf. Der Brand brach bei den Reifen aus. Gefahren wurde der Pkw offenbar von einem Bulgaren.
  • Die Museumstraße war am 12. September Schauplatz eines Brandanschlages. Auch hier kamen Grillanzünder zur Anwendung.
  • Am 18. Februar 2016 gegen 1.20 Uhr stand in St. Nikolaus ein Mercedes mit bulgarischem Kennzeichen in Flammen. Brandstiftung!

Polizei unter Zugzwang

Nach dem jüngsten Vorfall am Mittwoch ist nun die Polizei noch mehr gefordert. Wenn sie die Feuerteufel nicht bald findet, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Pkw brennt…

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