Do, 14. Dezember 2017

Frank Frey

17.03.2016 10:05

Flaniermeilen beleben

Vor einem Jahr kam es zum Machtwechsel in Klagenfurt. Die Parteien ziehen Bilanz. Heute: Grünen-Stadtrat Frank Frey.

Wie fällt Ihre Bilanz über das erste Jahr aus?

Wir sind eigentlich schon sehr zufrieden. Grüner geht es gar nicht mehr.

Wieso das?

Für uns war wichtig, mitwirken zu können, dass die Finanzen endlich wieder im positiven Licht stehen.

Was war Ihr Beitrag?

Wir haben in Klausuren mit Rot und Schwarz daran gearbeitet, dass alle Mitarbeiter des Hauses ihre Potenziale nennen. Dabei war es uns ganz wichtig, im Sozialen nicht einzusparen. So werden die 21 privaten Kindergärten mit zwei Millionen Euro subventioniert - eine freiwillige Leistung.

Trotzdem sind die Grünen öffentlich nur mit einem Thema aufgefallen - und das nicht unbedingt positiv…

Das Stadion?

Genau.

Ich war nie gegen das Stadion. Ich war ab dem Beschluss zur Permanentmachung voll dabei. Ich wollte mitgestalten und alles rechtskonform haben.

Sie haben zu Riesenproblemen beigetragen.

Es hat der Verwaltungsgerichtshof den Bescheid aufgehoben, nicht der Kläger. Und der Kläger hatte offenbar Recht, sonst wäre es nicht dazu gekommen.

Der Großteil hat Ihr Verhalten nicht goutiert.

In letzter Zeit hat sich alles beruhigt. Es gab auch Leute, die mir sagten: Gott sei Dank ziehen Sie es durch! Da war ein Rückhalt, halt nicht öffentlich.

Am Ende hat man die Anwaltskosten von der Stadt zahlen lassen. Wie groß wäre der Aufschrei der Grünen gewesen, hätten das etwa die Freiheitlichen gemacht…

Die Grünen hätten da genauso Ja gesagt, weil nun erstmals eine Rechtssicherheit da ist. Das muss was wert sein. Wenn man bedenkt, was das ganze Stadion gekostet hat

Sie sind für den Öffentlichen Verkehr zuständig; wann wird der verbessert?

Wir haben bereits die Linien-Erweiterung über Ebenthal und Gurnitz durchgeführt, da werden etliche auf Öffis umsteigen. Wir haben einige Pläne, allerdings sind Änderungen schwierig, es dauert zwei, drei Jahre bis sich die Menschen an Neues gewöhnen.

Was passiert mit dem "Geisterbus" zwischen Uni und S-Bahn in St. Martin?

Es wird wohl eine Verlängerung Richtung Heiligengeistplatz geben.

Wird der Pfarrplatz autofrei werden?

Ja, das kommt, es ist ein Ur-Anliegen der Grünen.

Und die Proteste der Autofahrer?

Ich denke, der Bürger wird das unterstützen. Es geht ja um eine Belebung der Innenstadt. Menschen gehen gern dorthin, wo schon Leute sind. Das wird die Umsätze der Geschäfte ankurbeln. Viel Verkehr heißt nicht, dass viel los ist. In Wahrheit ist nix los, man hört nur Motoren.

Wollen Sie weitere Straßen (fast) autofrei machen?

Ganz bestimmt, das ist die Zukunft einer modernen Stadt. Ich denke etwa an den Fleischmarkt oder die Bahnhofstraße. Wir haben ja im Stadtentwicklungskonzept beschlossen, dass wir den Durchzugsverkehr wegbringen wollen. Ein Beispiel ist die Burggasse. Früher fuhren dort 10.000 Autos, standen in der Kolonne, heute - bei 2500 Autos - kann man problemlos drüber gehen.

Warum sind Sie gegen die 30 Gratisparkminuten?

Es ist verkehrspolitisch nicht gescheit. Wenn ich mir als Autofahrer 60 Cent sparen kann, werde ich das nutzen, zur Not werde ich nach 30 Minuten einen anderen Stellplatz suchen und wieder gratis parken. Damit holen wir den Verkehr herein. Andere Städte werden für Flaniermeilen ausgezeichnet. Als neue Großstadt sollten wir auch in diese Richtung agieren.

Die Stadt soll also belebt werden, aber ein Investor wie "Kastner & Öhler" wird beinahe vertrieben…

Leider geht es unter, dass wir viele Firmen - etwa am Südring - angesiedelt haben, die mit heimischen Produkten einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro machen und Arbeitsplätze schaffen. Sie bringen für die Stadt mehr Geld als möglicherweise ein K&Ö, der Gewand aus Asien verkauft. Natürlich ist jedes Geschäft zu begrüßen, aber die Stadt kann nicht zu allem Ja und Amen sagen.

Die Nachfrage nach leistbaren Wohnungen explodiert. Was tun Sie als Wohnungsreferent?

Wir arbeiten an einem neuen Punktesystem, um die Vergabe der 4700 Wohnungen gerechter zu machen. Und es wird alles auf EDV umgestellt.

Nun sind die "Krone"- Leser am Wort: Was sind Ihre Erwartungen an die Stadtregierung im zweiten Jahr? Jetzt abstimmen in der Infobox!

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