Mo, 18. Dezember 2017

"Runner" verurteilt

16.03.2016 14:35

Drogen aus dem Web: Dealer muss vier Jahre in Haft

Marihuana im Packerl oder Speed im Brieferl: Früher mussten Drogenabhängige ihren Stoff noch beim Dealer an der dunklen Straßenecke kaufen. Heute reicht ein Mausklick im "Darknet". Doch auch die Drogen aus dem Web werden etwa in Clubs verkauft. Ein so genannter "Läufer" muss nun vier Jahre hinter Gitter.

Vor wenigen Wochen wurde am Innsbrucker Landesgericht ein Unterländer (38) zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er im so genannten "Darknet", einem versteckten Netz im Internet, rund acht Kilo "Speed" bestellt hatte. Der 38-Jährige wollte sich seine Finger aber offenbar nicht schmutzig machen und schickte andere zum Dealen auf die Straße und in Lokale.

Bestes "Pferd" auf Anklagebank

Sein vermeintlich bestes "Pferd" im Stall musste am Dienstag nun auf der Anklagebank Platz nehmen. "Es stimmt, ich habe die Drogen verkauft, um meine eigene Sucht zu finanzieren. Aber mit den Bestellungen habe ich nichts am Hut", rechtfertigte sich der 31-jährige Innsbrucker vor dem Schöffensenat rund um Richter Günther Böhler. Zudem sollen es nicht – wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt – 2,4 Kilogramm gestrecktes Suchtgift gewesen sein, das der Angeklagte weiterverkauft hat, sondern "eindeutig weniger".

Bittere Tränen bei Urteilsverkündung

Bei der Urteilsverkündung flossen dann Tränen. Zum Schock für die neue Lebensgefährtin des 31-Jährigen sowie für zwei Freunde, die dem Prozess beiwohnten, wurde der mehrfach vorbestrafte Dealer zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte und sein Verteidiger erbaten sich drei Tage Bedenkzeit. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

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