Fr, 22. September 2017

Polizei offenbart:

14.03.2016 22:18

Asylwerber in Salzburg als Einbrecher

Das gab die Polizei jetzt offiziell bekannt: Fünf Asylwerber aus Syrien, Afghanistan und Tschetschenien waren Monate lang in Salzburg auf Einbruchstour. Wirtshäuser, Firmen und Kfz-Betriebe - die Verdächtigen hatten es vor allem auf Bargeld abgesehen. Der Gesamtschaden liegt laut Polizei bei rund 80.000 Euro.

Alles begann in Klagenfurt: Dort stand im Jahr 2013 ein 19-jähriger Tschetschene wegen gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstählen vor Gericht, er wurde auch verurteilt. Danach geriet er gleich wieder auf die schiefe Bahn. Im Jänner 2015 begab er sich erneut auf Diebestour und versuchte in Kärnten in ein Haus einzubrechen. Doch dann dürfte er sich nach Salzburg abgesetzt haben. Er suchte Komplizen, mit denen er seinen Beutezug fortsetzen konnte. Vermutlich um sich so den Lebensunterhalt zu finanzieren. Asylwerber dürfen keine Arbeit annehmen. "Genaueres über die Hintergründe wissen wir aber nicht", sagt dazu Polizei-Sprecherin Valerie Hillebrand im "Krone"-Gespräch nur kurz.

Im Juli 2015 begann dann die Einbruchsserie in Salzburg: Gemeinsam mit vier Mittätern - einem 26-jährigen Afghanen, einem 23-jährigen Tschetschenen sowie zwei weiteren Komplizen - schlug die Bande in unterschiedlichen Konstellationen immer wieder in Wirtshäusern, Wettlokalen und Büros in der Stadt Salzburg, dem Flachgau und im Tennengau zu. So versuchten die Verdächtigen im Juli in Salzburg in ein Wettlokal einzubrechen. Der Versuch scheiterte aber. Mitte August schlugen die Täter dann in einem Fitnessstudio in Salzburg zu. Die magere Ausbeute: Einige hundert Euro. "Sie hatten es vorwiegend auf das Bargeld abgesehen", weiß Hillebrand. Der größte Coup dann im September in Wals-Siezenheim: Dort stiegen die Einbrecher in ein Wirtshaus ein, sie erbeuteten mehr als 50.000 Euro Bargeld sowie Zigaretten. Dann durchsuchten sie ein weiteres Gasthaus in Salzburg-Parsch, plünderten ein Immobilienbüro und brachen in ein Wettlokal ein..

Im Oktober setzten sie ihren Beutezug fort, stiegen gezielt in Bürogebäude ein, stahlen aus den Räumlichkeiten vorwiegend Laptops und Fotokameras. Zuletzt drangen sie im Jänner 2016 wieder in ein Wettlokal und in ein Wirtshaus in der Stadt Salzburg ein. Der Gesamtschaden: 86.000 Euro, wobei alleine die Beute laut Polizei einen Wert von 68.000 Euro hat. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kam ihnen aber die Polizei auf die Fährte, sie konnte erste Hinweise und Spuren sichern. Die Folge: Vier Hausdurchsuchungen, bei denen die Kriminalbeamten einige gestohlene Laptops, Einbruchswerkzeug und Begutachtungsplaketten für Fahrzeuge sicherstellen konnten.

Drei Verhaftungen, zwei Anzeigen auf freiem Fuß
Letztlich wurden drei Verdächtige verhaftet, zwei der mutmaßlichen Komplizen auf freiem Fuß angezeigt. Bereits Ende Februar stand der 26-jährige Afghane in Salzburg vor Gericht - unter anderem wegen der bei den Hausdurchsuchungen sicher gestellten Plaketten. Außerdem soll er bei einigen Coups dabei gewesen sein, etwa Ende November, wo aus einem Kfz-Betrieb gleich 250 Plaketten samt Stanzgerät gestohlen wurden. Das noch nicht rechtskräftige Urteil: Zwölf Monate teilbedingt. Im damaligen Verfahren sagte der 19-jährige Tschetschene als Zeuge aus.

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