Mo, 20. November 2017

Nach Anschlägen

14.03.2016 09:09

Paris klagt über mangelnden Zugang zu Handydaten

Frankreich hat den Handyherstellern vorgeworfen, die Aufklärung der islamistischen Terroranschläge von Paris zu erschweren. Die Technologieunternehmen machten es schwerer für Frankreich, weitere Terrorangriffe zu verhindern, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve dem US-Sender CNN in Washington.

Bei den Anschlägen vom 13. November waren 130 Menschen ermordet worden. Die Polizei stellte zwei Täterhandys sicher, die möglicherweise Aufschluss über ihre Verbindungen zu Komplizen und über die Vorbereitung der koordinierten Taten geben könnten. Bisher ist es den Ermittlern jedoch nicht gelungen, die Daten auf den Handys der Attentäter zu entschlüsseln.

Wenn eine absolut sichere Verschlüsselung technisch möglich sei, wie könne man dann "den Kinderpornografen finden" oder eine terroristische Verschwörung vereiteln, fragte Cazeneuve. Frankreich stehe einer beispiellosen Terrordrohung gegenüber; 1800 französische Staatsbürger hätten sich dem IS angeschlossen oder dies versucht.

Kampf gegen den Terror versus Wahrung der Privatsphäre
Ein namentlich nicht genannter Vertreter der Tech-Industrie räumte gegenüber CNN ein, Regierungen in ihrem Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen. Nach den Anschlägen habe man besonders eng mit Frankreich zusammengearbeitet, müsse aber auch die Privatsphäre wahren: "Wir wollen sicherstellen, dass die Daten unserer Kunden gegen Hacker und Kriminelle geschützt sind."

Erst kürzlich war Apple per Gerichtsbeschluss angewiesen worden, dem FBI beim Entsperren eines iPhones 5C zu helfen, das von einem islamistischen Attentäter in San Bernardino genutzt worden war. Das Unternehmen verweigerte seine Hilfe und erhielt dafür Rückendeckung von Google, Facebook und anderen Unternehmen der Tech-Branche.

Obama für Zugriff auf Handys in Ausnahmefällen
US-Präsident Barack Obama hat sich indes für den Zugriff auf Handys in Ausnahmefällen ausgesprochen. Mobile Geräte sollten so gebaut werden, dass es der Regierung möglich sei, Zugriff auf persönliche Daten zu nehmen, um Terrorangriffe zu verhindern oder Steuergesetze zu vollstrecken, sagte der Demokrat am Freitag auf dem Technikfestival South by Southwest in Texas.

Zum laufenden Streit mit Apple wollte er sich nicht äußern, machte aber deutlich, dass der Regierung in bestimmten Fällen eine Entschlüsselung der Geräte möglich sein müsse. Ansonsten laufe "jeder mit einem Schweizer Bankkonto in der Hosentasche durch die Gegend".

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