Do, 14. Dezember 2017

Beinharte Kritik

14.03.2016 10:52

"Diese Watschen für Merkel knallen bis Berlin"

Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland hat am Sonntag bei den Landtagswahlen in drei deutschen Bundesländern mitten in der Flüchtlingskrise stark zugelegt. Die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel erlebten in Baden-Württemberg ein Debakel und büßten auch in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt Stimmen ein. Die internationale Presse übte am Montag knallharte Kritik und schrieb von einer "Abfuhr für die Willkommenspolitik". In Deutschland selbst brachte es die "Bild" mit den Worten "Diese Watschen knallen bis nach Berlin" auf den Punkt.

"Die CDU verliert in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz massiv. Die SPD rauscht im Südwesten und in Sachsen-Anhalt in den Keller. Die große Koalition in Berlin ist angezählt!", schreibt die "Bild". Beim "Spiegel" wiederum ist die Rede von einem "Affront National" und einem "Rechtsruck ohne Alternative", die Wähler seien durch Merkels liberale Flüchtlingspolitik "in die Arme des AfD getrieben worden". Der "Focus" ortete eine "Wählerflucht zur AfD", eine "schwere Niederlage für die CDU" attestiert auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die sich nun einen "Eiertanz in der Koalitionssuche" erwartet.

"Standard" erstaunt, dass Merkel noch Kanzlerin ist
In Österreich wurden die Wahlergebnisse aus Deutschland ähnlich interpretiert. Stellvertretend dafür zwei Beispiele: Der "Standard" ist der Ansicht, dass "nach diesen schweren Verlusten für Merkels CDU niemand mehr die AfD unterschätzen darf" und dass es "erstaunlich" sei, "dass Merkel noch immer Kanzlerin ist". Der "Kurier" schreibt von "historischen Ergebnissen" und von "Kratzern für Merkel".

"Daily Mail": "Vernichtendes Urteil der deutschen Wähler"
In Großbritannien heißt es in der "Daily Mail": "Das vernichtende Urteil der deutschen Wähler über eine Politik der offenen Tür: Angela Merkel wird in entscheidenden Wahlen bestraft." Auch die "Time" spricht von einer "beispiellosen Niederlage" und einer "Abrechnung mit Merkel". Die "Financial Times" bezeichnete die Ergebnisse als eine "dramatische Schlappe" für Merkel. Der "Independent" nannte Merkels Stimmverluste schlicht "ein Debakel".

Der "Guardian" analysiert: "Die AfD hat mit ihren dramatischen Zugewinnen bei den Wahlen Deutschlands politische Landschaft erschüttert und ist getragen vom zunehmenden Ärger über Angela Merkels Asylpolitik in drei Regionen erstmals in die Parlamente eingezogen."

"USA Today": "Rechtsruck in Deutschland"
Auch in den USA klingen die Pressestimmen ähnlich. Für das "Wall Street Journal" sind die Erfolge der AfD die Folge davon, dass die Wähler "Merkels Politik abstrafen" wollten. In "USA Today" wird behauptet, in Deutschland sei ein Rechtsruck passiert, Merkel sei "unmissverständlich bestraft" worden. Die französische "Le Monde" spricht von einer "beispiellosen Niederlage" für Angela Merkel.

Ebenso ortet der Schweizer "Blick"einen Rechtsruck, in dem die "Wutbürger gegen die Mutbürger" gewonnen hätten. Der "Tages-Anzeiger" aus Zürich meint: "Lange vor dem Aufstieg der AfD gab es in Deutschland ein nationalistisches, Eliten-skeptisches und fremdenfeindliches Lager von rund einem Fünftel der Bevölkerung. Die AfD ist nun die erste Partei, die diesen Bürgern über den Protest der Stunde hinaus eine Stimme und eine Heimat gibt."

"El Pais": "Politisches Erdbeben"
In der spanischen Zeitung "El Pais" hieß es: "Der Vormarsch der ausländerfeindlichen und euroskeptischen AfD bedeutet ein politisches Erdbeben, das durch die Flüchtlingskrise ausgelöst wurde. Für Deutschland und das übrige Europa sind die Wahlergebnisse eine sehr schlechte Nachricht."

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