Fr, 24. November 2017

Drama in Südtirol

12.03.2016 21:23

Tiroler Wirtschaftsboss stirbt bei Lawinentragödie

Bei einem Lawinenabgang im Südtiroler Ahrntal sind am Samstag sechs Tourengeher ums Leben gekommen. Ein Todesopfer stammt aus Österreich, fünf aus Südtirol. Beim österreichischen Todesopfer handelt es sich um den Direktor der Wirtschaftskammer Tirol, Horst Wallner. Der 49-jährige Stubaier, Vater von zwei Kindern, konnte von den Einsatzkräften nur noch tot geborgen werden. Zwei Österreicherinnen konnten sich selbst aus den Schneemassen retten. Ingesamt konnten acht Tourengeher lebend geborgen werden.

Die anderen Todesopfer sind Südtiroler im Alter zwischen 16 und 43 Jahren, darunter eine 32-jährige Frau. Eine der beiden Österreicherinnen, eine 42-jährige Innsbruckerin, wurde mit Knieverletzungen ins Krankenhaus von Bruneck eingeliefert. Ihr Zustand sei nicht besorgniserregend, berichteten die Rettungseinheiten. Die zweite, mit dem Rettungshubschrauber geborgene Österreicherin wurde vom Südtiroler Zivilschutz betreut, berichteten lokale Medien. Die geschockte Frau wurde in einem Hotel in Rein in Taufers untergebracht. Die Ortschaft diente als Stützpunkt für die Rettungsaktion.

Schwierge Suche und Bergung der Opfer
Die Lawine erfasste die Tourengeher am Schneebiger Nock. Die Suche nach den Vermissten gestaltete sich besonders schwierig, auch weil sich das Wetter zunehmend verschlechterte. Um den Ort auf einer Höhe von rund 3000 Metern zu erreichen, an dem die Sportler von der Lawine erfasst worden waren, konnten Rettungshubschrauber nur mit wenig Treibstoff fliegen, um so wenig Ballast wie möglich an Bord zu haben.

Auch Hunde sowie Teams der alpinen Rettung und der Feuerwehr wurden bei der Suche eingesetzt, berichteten italienische Medien. Insgesamt waren rund 100 Retter und vier Hubschrauber im Einsatz.

Bergretter: "Riesiger Lawine"
Die Tourengeher wollten die Bergspitze erreichen, als sie von der Lawine erfasst wurden. Diese hatte sich gegen 11.15 Uhr gelöst. Einige von ihnen konnten sich alleine aus den Schneemassen befreien. Ein Bergretter, der an der Rettungsaktion beteiligt war, beschrieb die Lawine als "riesig". "Sie war rund 150 Meter breit und erstreckte sich über 700 Höhenmeter", so der Südtiroler Helfer. Die von den Skitourengehern gewählte Aufstiegsvariante auf der Westflanke des Schneebiger Nocks sei "nicht ganz ungefährlich" gewesen.

Hohe Lawinengefahr
Die Lawinengefahr war in Südtirol hoch. Die Experten des Lawinenwarndienstes des Landes hatten die Gefahr am Samstag, auch im Ahrntal, zwar als "mäßig" eingestuft (also auf Stufe zwei der fünfteiligen Skala), generell steige jedoch im Tagesverlauf die Auslösewahrscheinlichkeit und auch die Gefahr von spontanen Lawinen besonders im südexponierten Gelände an, hieß es auf der Internetseite des Warndienstes.

Der Schneebiger Nock ist mit 3358 Metern Seehöhe nach dem Hochgall der zweithöchste Berg der Rieserfernergruppe, einem Gebirge im westlichen Teil der Hohen Tauern.

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