Mi, 13. Dezember 2017

"Hypo Inoffiziell":

11.03.2016 17:34

Schwarzer Freitag für Kärnten

Wunder blieben aus und Gläubiger stur // Milliardenhaftungen offen // Landeshauptmann Kaiser: "Werde alles tun, um Insolvenz zverhindern!"

"Kärnten ist nicht Burundi. Die Leistungsfähigkeit des Landes ist viel höher als uns glauben gemacht wird. Warum sollen wir uns daher mit 75 Prozent und ein paar Zerquetschten abfinden lassen, ohne dass wirklich mit uns verhandelt wurde?" - Harte Worte der Ad-Hoc-Gruppe, jenem Gläubiger-Zusammenschluss, der mit einem 5-Milliarden-Portfolio die Hypo-Lösung zu Fall gebracht hat.

Aber was ist an der Kritik dran? Wozu hatte Kärnten eine Heerschar an teuren Beratern, die dann so daneben liegen? Die Gläubiger etwa werfen mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. Tatsächlich hat Finanzreferentin Gaby Schaunig ihre Linie - "Mehr gibt’s nicht, es wird nicht verhandelt!" - durchgezogen. Dafür kann sie sich bei ihren Einflüsterern bedanken und muss jetzt allein die Konsequenzen tragen.

Finanzminister Hans-Jörg Schelling hat auch nur von "Informationsveranstaltungen" gesprochen, als er sich vor kurzem mit Anlegern an einen Tisch gesetzt hat. Insidern zufolge soll es da mit einer deutschen Bank schon eine Einigung gegeben haben, die versprach, für das durch Bundesanleihen "versüßte" Angebot Stimmung zu machen - doch solche Abmachungen gelten in der Finanzwelt offenbar wenig.

Die Suppe auslöffeln muss jetzt Landeshauptmann Peter Kaiser, dessen Land von der Ratingagentur Moody’s bereits auf Ramschstatus abgestuft wurde. "Wir haben alles versucht, um die Causa ohne Gerichte zu lösen", sagt er. "Es war ein gutes Angebot." Ihm sei unverständlich, warum ein sorgfältiger Manager dies ablehnen könne. "So viel Geld gibt es nun sicher nicht mehr. Die von Kärnten gebotenen 1,2 Milliarden Euro waren nur durch die Hilfe des Bundes möglich."

Ob der Bund weiter an der Seite Kärntens bleibt? Schelling meinte bereits, er sei "aus dem Spiel". Kaiser: "Land und Bund stehen beide beim Steuerzahler in der Verantwortung." Daher gäbe es wohl nur einen gemeinsamen Weg. Gabelt sich dieser doch, hat Kärnten einige juristische Pfeile im Köcher: Die Haftungen könnten bestritten werden - nicht nur gegenüber Anlegern, sondern auch gegenüber der Republik. Schließlich hat Wien dabei mitgespielt, als die Haftungen für die Hypo auf das Zehnfache des Kärntner Budgets aufgebläht wurden.

Und muss sich nun Kärnten vor einer Insolvenz fürchten, Herr Landeshauptmann? "Ich werde alles tun, um eine Insolvenz oder ähnliche Situation zu verhindern", verspricht Kaiser im "Krone"-Gespräch. Man sei für "jede Situation gewappnet": "Ich stelle mich vor mein Kärnten!"

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