Sa, 18. November 2017

Bilanz

10.03.2016 17:11

Fünf Jahre Poller: Effektiv, aber sehr teuer

ÖVP-Klubchef Christoph Fuchs ist einer, der nicht gerne locker lässt, auch dann nicht, wenn sich längst alle anderen im Gemeinderat schon mit einer Begebenheit im öffentlichen Leben schulterzuckend arrangiert haben.

Und speziell bei den 2010 in der Stadt eingeführten Pollern ist Fuchs immer noch der Meinung, dass die teils im Boden versenkbaren Silberpfeiler mehr Schikanen als Nutzen bringen. Nervig für die Verantwortlichen, weil die Poller in der Tat tausende illegale Einfahrten in die Altstadt verhindern und schon längst von einer breiten Mehrheit akzeptiert worden sind, doch eine VP-Anfrage bei den zuständigen Stadträten Johann Padutsch und Barbara Unterkofler bringt jetzt erstaunliche Zahlen ans Tageslicht (siehe auch Grafik rechts dazu).

Magistratsautos auch Opfer von Pollern
"Insgesamt hat die Stadt seit 2010 1,242 Millionen Euro in die Errichtung der Poller investiert. Das sind aber die reinen Investitionskosten. Nicht enthalten sind darin die an den Pollern entstandenen Schäden, viele davon uneinbringlich. Hier reden wir nämlich von 2,2 Millionen Euro, also fast doppelt so viel wie die Investitionssumme. Insgesamt kommt man also auf sage und schreibe 3,5 Millionen Euro", sagt Fuchs.

600.000 Euro sind nicht mehr reinzuholen
Aufgeschlüsselt bedeutet das: Von den 2,2 Millionen, die an Schaden an den Pollern verursacht wurden, hat die Stadt insgesamt rund 1,3 Millionen über Schadenersatzforderungen wieder hereingeholt, also ein Nullsummenspiel. Offen sind noch fast 270.000 Euro aus laufenden Verfahren, fast 600.000 Euro blieben jedoch für die Stadt uneinbringlich. Schuld daran sind hauptsächlich die Fahrerfluchten, die 2015 wieder mehr geworden sind - und das trotz Kameras, die in einigen Schaltkästen, etwa am Mozartplatz, installiert wurden: "Die Mär des Pollerbeauftragten, dass Fahrerfluchten inzwischen beinahe unmöglich sind, scheint damit eindrucksvoll widerlegt", meint der Klubchef. Bemerkenswert: Auch die Magistratler sind vor den Pollern nicht sicher, sie richteten über die Jahre rund 20.000 Euro Schaden an, indem sie mit Dienstfahrzeugen Bekanntschaft mit den Wegsperrern machten. "Schäden am eigenen Vermögen", nennt sich das im Magistrats-Deutsch. Gewinner der Poller-Bilanz sind also gesamt gesehen Versicherungen, Werkstätten und natürlich die von Autos entlastete Altstadt.

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