Di, 17. Oktober 2017

"Fünfter Beatle"

09.03.2016 08:52

Beatles-Produzent George Martin gestorben

Der legendäre britische Musikproduzent George Martin, der den Beatles den Weg zum Weltruhm ebnete, ist tot. Er sei im Alter von 90 Jahren gestorben, teilte Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr am Mittwoch auf Twitter mit.

"Gott segne George Martin, Frieden und Liebe für Judy und seine Familie", schrieb er. "Wir werden George vermissen."

Blindes Engagement
Martin galt wegen seiner bedeutenden Rolle für den Erfolg der britischen Band als "fünfter Beatle". Er war es, der den legendären Pop-Stars zum ersten Plattenvertrag verhalf und einen Großteil ihrer Erfolgsalben produzierte. Ohne die Beatles jemals zuvor live gesehen zu haben, engagierte er die "Fab Four" aufgrund eines Tipps von Brian Epstein und lotste sie 1962 zur Plattenfirma EMI. Am 11. Februar 1963 nahm er mit der Band in nur 585 Minuten ihr erstes Album "Please Please Me" auf, das der Startschuss für die unvergleichliche Karriere der Fab Four war.

Martin entwickelte sich zu einer prägenden Persönlichkeit im folgenden Jahrzehnt, in dem die Band die Musikwelt nach Belieben beherrschte. Er produzierte nicht nur alle Alben außer "Let It Be", sondern zeichnete auch für zahlreiche instrumentale und orchestrale Parts auf den Beatles-Alben verantwortlich. Zu den größten Würfen zählte dabei das von ihm empfohlene Steicherquartett auf "Yesterday", das von ihm dirigierte Streicher-Orchester auf "Eleanor Rigby" und die komplexen Arrangements für "I Am The Walrus".

Böses Blut
Durch diese enge Zusammenarbeit mit John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr wurde er auch nach außen hin immer stärker als "fünfter Beatle" wahrgenommen. Das Ende war dann leider nicht mehr so schön - einige Jahre nach dem Split der Band schoss Lennon unerwartet scharf gegen seinen ehemaligen Kollegen. "Wenn mir die Menschen Fragen stellen wie: 'Was hat denn George wirklich für euch gemacht?', dann habe ich nur die Antwort: 'Was macht er denn jetzt?' parat."

Martin hat schlussendlich nicht nur mit den Beatles, sondern auch mit Elton John, Jeff Beck, Cheap Trick und Garry Glitter zusammengearbeitet. Er hat The-Who-Legende Pete Townshend bei der Bühnenumsetzung der legendären Rock-Oper "Tommy" assistiert, zwei James-Bond-Songs produziert und zeichnte für die Wiedereinspielung des 1997er Elton-John-Klassikers "Candle In The Wind" verantwortlich. Gekrönt wurde seine beeindruckende Karriere mit dem Gewinn von sechs Grammys und 1996 erhob ihn Queen Elizabeth II. offiziell in den Ritterstand.

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