Sa, 16. Dezember 2017

Warten auf Gespräche

07.03.2016 09:19

Poker um Sieglanger Asylquartier

70 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Alter von 14 bis 17 Jahren: Im Poker um das geplante Asylquartier im Innsbrucker Stadtteil Sieglanger scheint seit vergangener Woche eine Lösung in Sicht. Fix ist aber noch lange nichts. Das Stift Wilten als Grundeigentümer wartet weiter auf konkrete Pläne des Landes.

290 Flüchtlinge wollten die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) ursprünglich im geplanten Asylquartier unterhalb der Justizanstalt unterbringen. Dass die Verantwortlichen von diesem Vorhaben abgerückt sind und die angedachten Asylplätze auf 70 reduzierten, lag zum einen am enormen Widerstand der Stadtteil-Bewohner, zum anderen an den Vorstellungen des Stiftes Wilten. Denn: Der Grundeigentümer schafft an, und ein Massenquartier kam für diesen nun einmal nie in Frage.

Warten auf konkrete Verhandlungen

Seit dem Info-Abend vor einer Woche, bei dem die nun angedachte Lösung präsentiert wurde, ist es ziemlich ruhig geworden. Vor allem von Seiten der TSD. Das Stift Wilten wartet nämlich weiter auf konkrete Verhandlungen. "Es hat bis dato noch keinerlei Gespräche gegeben", erklärt Sprecher Reinhold Sigl.

Besuch in Absamer Jugendunterkunft

Und während sich die TSD offenbar noch auf die Verhandlungen vorbereiten, nutzte Sigl vergangene Woche die Zeit und besichtigte gemeinsam mit Vertretern der "IG Sieglanger, Klosteranger und Mentlberg" ein Quartier für minderjährige Flüchtlinge in Absam. Dort sind im Internat der Berufsschule für Tourismus 30 junge Burschen untergebracht.

"Nicht vergleichbar"

Eindrücke? "Es war eine interessante Erfahrung. Die Heimleitung schaut darauf, dass die Jungs nicht nach 21 Uhr noch draußen sind. Es gibt eine klare Ordnung", schildert Sigl. Und was sagt die IG dazu? "Das ist sicher ein Vorzeigeheim mit Infrastruktur wie Turnsaal oder Fußballplatz - nicht vergleichbar mit dem geplanten Camp bei uns", betont IG-Sprecher Thomas Mayer.

An der Skepsis der IG habe sich nichts verändert. Man werde die Pläne abwarten, dann sehe man weiter.

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