Do, 14. Dezember 2017

"Reicht für Haus"

06.03.2016 18:25

Illegaler US-Sprengstoff aus Fluss in OÖ gefischt

Explosives Kriminalrätsel: Mit Handgranaten und drei Kilogramm Sprengstoff ist am Samstagnachmittag in Oberösterreich ein Mann zur Polizei marschiert. Das hochexplosive Material sei - verpackt in Plastikbehältern - in der Traun geschwommen, so der Finder. Es handelt sich um scharfe Waffen und Sprengstoff, vermutlich aus US-Militärbeständen. Der Plastiksprengstoff ist hochgefährlich, nicht einmal das Bundesheer hat ihn im Arsenal. War damit ein Anschlag geplant?

Ein Spaziergänger hatte das etwa 30 mal 30 Zentimeter große Behältnis entdeckt, sah es beim Bootshaus in Marchtrenk in der Traun treiben. Als er es herausfischte und die drei zusammengehängten Zylinder aufschraubte, traf den Passanten fast der Schlag: Er entdeckte je eine zerlegte Splitterhandgranate und je eine Stange mit weißem "Plastilin", auf dem das englische Wort "Demolition", also Zerstörung, stand.

Der Finder ging zur Polizei, wo die Sprengstoffexperten alarmiert wurden. Jetzt versucht man, bei den Handgranaten über die Seriennummer und beim Sprengstoff über die Zusammensetzung dem Ursprung der Explosionswaffen auf die Spur zu kommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Sprengstoff gezielt im Traunfluss deponiert worden war, damit ihn jemand abholt.

War Terrorattacke geplant?
Die Experten rechnen mit dem Schlimmsten, schließen sogar eine geplante Terrorattacke nicht aus. Denn die drei Stangen Plastiksprengstoff vom Typ "C4", die jeweils zusammen mit einer neuen, zerlegten Handgranate ohne Zündkapsel in einem dreiteiligen wasserdichten Behälter verstaut waren, dürften aus Beständen des US-Militärs stammen. Dort ist dieser Plastiksprengstoff weit verbreitet, in Österreich wird "C4" laut Oberst Michael Bauer vom Bundesheer nicht verwendet. "Auf legalem Weg kann man das nicht erwerben", so Polizei-Sprengstoffexperte Kurt Schneider. "Eine akute Gefahr ging von diesem Fund nicht aus, da das 'C4' sehr handhabungssicher ist und kein Zünder dabei war."

"Reicht locker", um Haus zu sprengen
"Krone":
Solch einen Fund bekommen auch Sie nicht täglich?
Kurt Schneider: Keinesfalls. Wir haben üblicherweise mit alten Granaten oder Munition zu tun. Diese Handgranaten sind dagegen neuwertig und "C4"-Sprengstoff ist bei uns völlig unüblich.

"Krone": Was kann man mit dieser Menge "C4" anrichten?
Schneider: Das reicht locker, um ein Haus zu sprengen.

"Krone": Wäre es denkbar, dass jemand mit den Granaten das "C4" zünden wollte?
Schneider: Denkbar ja, aber sinnlos. "C4" wird mit einer Sprengkapsel elektrisch zur Detonation gebracht. Vom Fund ging keine unmittelbare Gefahr aus.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden