Mo, 20. November 2017

„The Revenant“

04.03.2016 07:38

Alexa 65: Oscar-Kamera aus München

Da steht sie, in einem schnörkellosen Raum auf dem Gelände der Bavaria Filmstudios: Die Kamera, mit der der mexikanische Kameramann Emmanuel Lubezki das Abenteuerepos "The Revenant" gedreht hat - und vergangenen Sonntag seinen dritten Oscar in Folge gewonnen hat. Unscheinbar sieht sie aus. "Äußerlich unterscheidet die Alexa 65 sich kaum von anderen Kameras. Entscheidend ist das, was in der Kamera steckt", sagte Christoph Hoffsten vom Kamerahersteller Arri am Donnerstag bei der Präsentation seiner Innovation in München.

Das bildgewaltige Rachedrama "The Revenant" mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle war der Sieger der diesjährigen Oscar-Verleihung in der Kategorie Kameraarbeit. "Das Besondere an der Alexa 65 ist vor allem die Größe des Bildfelds", sagt Michael Neubauer, Geschäftsführer des Berufsverbands Kinematografie. Mit 65 Millimetern ist es dreimal so groß wie das einer durchschnittlichen Filmkamera. Dadurch könne eine Auflösung, Schärfe und Brillanz erzielt werden, die mit einem normalen Kinoerlebnis nicht vergleichbar sei. Besonders ein Film wie "The Revenant", der von weiten, opulenten Landschaftsaufnahmen lebt, profitiere davon.

Erst seit rund einem Jahr ist die Kamera auf dem Markt, die beim Dreh von "The Revenant" zum ersten Mal durchgängig zum Einsatz kam. "Lubezki hat die Alexa 65 eigentlich zur Ansicht bekommen, damit er uns sagen kann, was er über die Kamera denkt", erzählt Franz Kraus, Vorstand von Arri und verantwortlich für den Bereich Entwicklung. Weltweit sind nur 30 Exemplare der Kamera im Einsatz. 40 weitere werden derzeit gebaut.

Der deutsche Kameramann Christian Rein ("How to be Single", "Love, Rosie"), der selbst schon mit der Alexa 65 gearbeitet hat, sieht darin die Zukunft: "Ich bin davon überzeugt, dass die Alexa 65 den Standard für die nächsten Jahre setzen wird, was Bildqualität in Kinoproduktionen betrifft." Er erwarte nicht, dass Arri versuchen werde, die Alexa 65 bald durch eine neue Kamera mit noch höherer Auflösung zu übertreffen: "Mehr Auflösung braucht man einfach nicht."

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