Mi, 22. November 2017

Spiel mit dem Feuer

04.03.2016 06:10

Kim: Atomwaffen „zu sofortigem Einsatz bereit“

Nordkoreas Staatsführung hat einem Medienbericht zufolge angeordnet, das Atomwaffenarsenal des Landes bereit zum sofortigen Einsatz zu machen. Machthaber Kim Jong Un habe den Befehl dazu am Freitag erteilt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die nordkoreanische Staatsagentur KCNA.

Das Militär bereite sich auf Präventivschläge vor, weil die Feinde das Überleben des Staates bedrohen würden, sagte Kim demnach. Die derzeitige Lage sei sehr heikel. Der Machthaber erklärte bei der Inspektion einer Raketeneinheit, sein Land müsse sein Atomwaffenarsenal in quantitativer und qualitativer Hinsicht ausbauen und zur nationalen Verteidigung jederzeit einsatzbereit halten.

Erst kürzlich Raketen abgefeuert
Erst am Mittwoch hatte der UNO-Sicherheitsrat eine Resolution verabschiedet, die die bisher schärfsten Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang nach dessen jüngstem Atom- und Raketentest vorsieht. Nur Stunden später feuerte der kommunistische Staat nach Angaben Südkoreas sechs Kurzstreckenraketen ab, die nach einer Flugstrecke von 100 bis 150 Kilometern ins Meer stürzten. Der genaue Typ der Raketen, die von Wonsan an der nordkoreanischen Ostküste in Richtung Japanisches Meer abgeschossen worden waren, ist noch unklar. Nordkorea testet regelmäßig Raketen mit kurzer Reichweite.

Mit der Resolution 2270 reagierte der UNO-Sicherheitsrat auf Nordkoreas Atomtest im Jänner - den insgesamt vierten des Landes - und auf den ebenfalls weltweit kritisierten Start einer Weltraumrakete im Februar. Die internationale Gemeinschaft sieht in dem Satellitenstart den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete. Nordkorea spricht von friedlichen Zwecken. Kim nannte die von den USA und Südkorea vorangetriebene UN-Entscheidung "gangsterartig". Die Nordkoreaner würden nun auf einen "Kampfbefehl" warten.

Exportverbot und Importkontrollen verhängt
Der Abschuss der Kurzstreckenraketen am Donnerstag wurde von Beobachtern als Zeichen des Protests gegen den Resolutionsbeschluss des Sicherheitsrates gewertet. Die Resolution sieht unter anderem Kontrollen aller Frachtlieferungen von und nach Nordkorea vor. Die Sanktionen, die die USA und Nordkoreas traditioneller Verbündeter China ausgehandelt hatten, sollen Nordkorea von Devisenquellen abschneiden, durch die das Land sein Atomprogramm finanziert. Zu den Maßnahmen gehört auch ein Exportverbot für bestimmte Bodenschätze. Zudem werden die Konten von 16 Personen und zwölf Unternehmen eingefroren.

Die Verabschiedung der Resolution stelle eine "strenge Botschaft der internationalen Gemeinschaft" dar, "die Frieden auf der koreanischen Halbinsel und in der Welt will", wurde Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye von ihrem Büro zitiert. Sie hoffe, dass Nordkorea sein "Atomprogramm aufgibt und den Weg der Änderungen geht".

Südkorea droht mit "strenger Bestrafung"
Park Geun Hye kündigte am Freitag zudem eine entschiedene Reaktion auf die Atomwaffendrohungen Nordkoreas an: "Wenn Nordkorea uns provoziert, dann müssen wir mit einer strengen Bestrafung antworten, um ganz deutlich zu zeigen, welchen Preis Nordkorea zahlen wird müssen", sagte die Präsidentin in einer Ansprache vor Soldaten. Der Führung in Pjöngjang müsse klargemacht werden, "dass sie nicht überleben wird, wenn sie ihr Atomprogramm nicht aufgibt", drohte Park.

Atomprogramm beunruhigt seit Jahren
Nordkoreas Atomprogramm beunruhigt die internationale Gemeinschaft seit vielen Jahren. Vier Atomtests hat es bisher gegeben, den letzten im Jänner. Zum Waffenprogramm des Landes ist ansonsten relativ wenig bekannt. Experten sind sich einig, dass Nordkorea über einige Atomsprengköpfe verfügt, umstritten ist allerdings, ob das kommunistische Land auch in der Lage ist, diese auf Raketen aufzubringen.

Auch das US-Verteidigungsministerium reagierte gelassen auf Kims jüngste Ankündigungen. Nordkorea habe noch nicht gezeigt, dass es einen Atomsprengkopf auf eine Interkontinentalrakete aufbringen könne, sagte ein Vertreter des Ministeriums. Das Weiße Haus rief Nordkorea auf, alle "Provokationen" zu vermeiden, die die Spannungen verschärfen könnten.

Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel könnte sich demnächst noch einmal deutlich verschärfen. Die USA und Südkorea starten voraussichtlich am Montag ihr jährliches gemeinsames Militärmanöver. Zehntausende Soldaten sollen daran beteiligt sein. Nordkorea sieht das als eine Provokation an.

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