So, 17. Dezember 2017

Zwei Logistiker

03.03.2016 17:31

Pleite erschüttert steirische Apfel-Branche

Das Umfeld für die steirischen Apfel-Produzenten ist seit langem schwierig, jetzt gibt’s erste prominente Opfer: Die eng verzahnten Obstlogistiker Steirerfrucht und Apfel-Land mit insgesamt 113 Mitarbeitern sind insolvent, um eine Sanierung wird gekämpft. Der Geschäftsführer hofft, dass die Branche näher zusammenrückt.

Vor nicht allzu langer Zeit war der Blick in die Zukunft bei der Steirerfrucht mit Sitz in St. Ruprecht/Raab noch voll Optimismus. Neue Lagerräume für 30.000 Tonnen Äpfel und Birnen wurden 2008 eröffnet, einige Jahre später folgten weitere Millionen-Investitionen.

"Müssen um jeden Cent raufen"
Groß sind die Kapazitäten, topmodern die Anlagen zum Sortieren, Verpacken und Ausliefern - doch der (internationale) Markt spielt nicht mehr mit. "Die Preise sind nach wie vor schlecht, wir müssen um jeden Cent raufen", beschreibt Rupert Gsöls, Obmann der steirischen Obstbauern, die Lage. Das Russland-Embargo hat das Fass dann endgültig zum Überlaufen gebracht, sagt Steirerfrucht-Geschäftsführer Gerhard Mann im Gespräch mit der "Krone".

Er übernahm vor fast zwei Jahren den Chefsessel. Eine gute Wahl, heißt es in der Branche - doch der "Rucksack" sei zu groß, die überdimensionierten Lager seien derzeit nicht zu füllen. Die Folge: Ein Schuldenschnitt ist jetzt unumgänglich. Die entscheidende Gläubigersitzung wird laut den Kreditschutzverbänden KSV1870 und AKV am 12. Mai stattfinden.

Schaden für Landwirte vorerst gering
Etwa 200 Landwirte liefern ihre Äpfel an Steirerfrucht. Die gute Nachricht für sie: Solange das Obst nur gelagert wird, gehört es noch nicht der Steirerfrucht. Der Schaden dürfte daher für die betroffenen Bauern vorerst gering bleiben, die Unsicherheit, wie es weitergeht, ist aber natürlich groß.

Geschäftsführer Gerhard Mann hofft auf eine "Bündelung der Kräfte in der Steiermark": Produzenten und Vermarkter sollten an engeren Strukturen arbeiten.

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