So, 17. Dezember 2017

Kandidat Hundstorfer

03.03.2016 10:14

Für starkes soziales Fundament

Pendlerstrom bis ÖBB: Langer Tag für Kandidat Rudolf Hundstorfer. Wie er sein Amt anlegen will, was ihn mit Salzburg verbindet.

Rudolf Hundstorfer zeigt sich interessiert. Er will mehr wissen aus dem Leben der ÖBB-Mitarbeiter. In der Betriebs-Zentrale - am Flughafen wäre das der Tower - erfährt der Präsidentschafts-Kandidat, wann wo Weichen gestellt und Züge durchgelassen werden. Sogar die Lokführer-Musik hat noch ein Ständchen für den hohen Besuch vorbereitet.

Weil er der Beste ist

Viele ÖBB-ler wollen ihm die Weichen stellen: "Weil er der Beste ist", meint ein Fan. Aber Hundstorfer gibt sich bescheiden: "Eine g’mahde Wies’n ist es trotzdem nicht. Man soll auch dort, wo man viel Unterstützung glaubt, vorbeikommen und sich zeigen." Der Bischofshofner SP-Bürgermeister und Lokführer Hansjörg Obinger umschreibt es gut, warum für ihn Hundstorfer die erste Wahl ist: "Die soziale Kompetenz, der breite Blick auf das Leben, dass er ein Präsident zum Angreifen ist."

Als langjähriger Gewerkschafter kennt Rudolf Hundstorfer auch die Sorgen an der Basis: "Auf das soziale Fundament achten", sagt er über die Kernthemen eines Bundespräsidenten und schüttelt schon wieder die nächste Hand. Ein kurzes Hallo da, dort ein gutes Gespräch. Der Ex-Minister taut richtig auf und gibt sich gar nicht so wortkarg, wie es manchmal scheint.

Was er als waschechter Wiener dem Westen anbieten kann? "Österreich ist ein Land, da darf es keine Unterschiede geben", bekräftigt er und sagt über seinen Stil: "Eine offene Hofburg, auch Sprechstunden in den Bundesländern. Der Bundespräsident muss greifbarer werden." Und mit Salzburg verbinden ihn auch viele private Erinnerungen: "Ich war 25 Jahre lang im Gasteinertal Skifahren." Oder das Skispringen in Bischofshofen: Auch dort ist Hundstorfer ein treuer Gast.

Lange dauerte der Salzburg-Tag: Schon in aller Früh mischte sich der Kandidat unter die Pendler, verteilte Joghurt und erfuhr von Polizisten, wie hart an der Grenze die Arbeit im stärksten Flüchtlingsstrom war.

Alles zählt, auch jeder Teilzeitjob

Ernst wird er beim Thema Arbeitsmarkt: "Ein Sorgenkind. Wachstum ist dringend notwendig." Beim Besuch im Europark präsentiert Spar-Chef Gerhard Drexel die Entscheidung der Landesregierung, dass nicht erweitert werden darf: "Nicht einmal eine Rigips-Wand dürfen wir verschieben." Und als Hundstorfer hört, dass es um 400 Arbeitsplätze geht, wird er nachdenklich. "Alles zählt, auch jeder Teilzeitjob." Österreichweit arbeiten immerhin rund 500.000 Menschen im Handel. Drexel und Hundstorfer waren sich auch beim vieldiskutierten Thema "TTIP" einig. "Schiedsgerichte machen es den großen Konzernen leicht", sieht der Hofburg-Kandidat das Handelsabkommen als Bedrohung. Ob er es als Präsident verhindern kann? "Ich will laut auf die Sorgen hinweisen."

Europark-Mitarbeiter und viele Einkaufende bekamen von Rudolf Hundstorfer dann auch noch eine Narzisse überreicht. Fragen gab es viele: Pensionen, Arbeitsmarkt, die Flüchtlinge

"Das Klima war extrem positiv", zieht Salzburgs GPA-Chef Gerald Forcher nach dem Besuch Bilanz. Hundstorfer kennt er lange: "Er ist auch nach Salzburg gekommen, als es nicht so viel Aufmerksamkeit gab." Und Gemeinderätin Sabine Gabath fällt auf: "Er setzt sich sehr für Pflegethemen ein." Eine tragende Säule im sozialen Fundament...

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