Di, 12. Dezember 2017

Boeing im Visier

02.03.2016 15:04

Die Fotos: So lief die Abfangjagd der Eurofighter

Spektakuläre Übung des Bundesheeres am Mittwoch: Eine neu lackierte Austrian-Airlines-Maschine wurde bei ihrem Überstellungsflug von Irland nach Österreich zu Übungszwecken von zwei Eurofightern abgefangen. Die Boeing wurde zum Fliegerhorst Zeltweg "geleitet". Die Übung verlief planmäßig und ohne Zwischenfälle.

"Eine tatsächliche Landung (in Zeltweg, Anm.) war nicht beabsichtigt und wurde nur angedeutet, die Maschine durfte natürlich zu ihrem ursprünglichen Zielflughafen in Wien weiterfliegen", so Major Pierre Kugelweis vom Streitkräfteführungskommando in Graz.

Die beiden Militärjets hatten am Mittwochvormittag die Aufgabe, die Großraummaschine, die - so das Übungsszenario - im österreichischen Luftraum aufgetaucht war, ohne sich per Funk zu melden, abzufangen und danach zum Landen zu "zwingen". Der Testlauf endete nach rund 20 Minuten um 10.45 Uhr. "Die Übung ist reibungslos verlaufen - auch wenn etwas später gestartet wurde", so Kugelweis.

"Zusammenarbeit funktionierte sehr gut"
Im Zuge des Manövers flog ein Eurofighter sehr knapp an das zivile Luftfahrzeug heran und nahm mit dem Piloten Blickkontakt auf, sagte Kugelweis. Danach wurde das Flugzeug von beiden Jets zum Militärflughafen Zeltweg eskortiert. Großmaschinen wie die Boeing 767 hätten ein gänzlich anderes Flugverhalten wie die ansonsten zur Übung verwendeten kleineren Luftfahrzeuge des Bundesheeres, wurde vonseiten des Streitkräfteführungskommandos betont. Geübt wurden zugleich die enge und zeitkritische Koordinierung zwischen Militärpiloten, Radarleitoffizieren und der militärischen sowie zivilen Flugsicherung.

"Die Zusammenarbeit der Luftraumverteidigung des Bundesheeres mit den Austrian Airlines funktionierte wieder sehr gut. Ich freue mich sehr, dass sich die Gelegenheit des gegenseitigen Erfahrungsaustausches ergeben hat", sagte Oberst Peter Schinnerl kurz nach Abschluss des Übungseinsatzes. Bei einem ähnlichen Manöver im Jahr 2012 trainierte das Bundesheer das Abfangen einer Saab 105OE mit zwei Eurofightern (siehe Video).

Die 15 Eurofighter fliegen nur selten
Flüge der heimischen Eurofighter-Staffel sind eher selten. Laut "Krone"-Infos standen die Kampfjets im Jahresschnitt an 361 von 365 Tagen im Hangar in Zeltweg. 2014 leisteten die insgesamt 15 Eurofighter des Bundesheeres gerade einmal 1070 Flugstunden. Oder: Jeder einzelne der 15 Abfangjäger war im Monatsschnitt nur sechs Stunden in der Luft.

Ende des Vorjahres hatte der damalige Verteidigungsminister Gerald Klug festgestellt, dass der Eurofighter ein sehr teures Gerät sei. Solange vom Generalstab nichts anderes vorgeschlagen werde, sei er aber jedenfalls das für die Luftraumüberwachung zur Verfügung stehende Gerät. Ein Verkauf stehe nicht zur Debatte.

Video-Archiv: Schadhafte Eurofighter auch in Österreich

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