Mo, 20. November 2017

Sigi Heinrich

01.03.2016 12:46

„Zu viel Geplärre“: Star-Reporter kritisiert ORF

Es soll ja bekanntlich einige ORF-Zuseher geben, die nicht unbedingt zu den allergrößten Fans von Rainer Pariasek, Oliver Polzer und Co. zählen. Laut TV-Media gab es sogar zahlreiche Beschwerden über die Kommentatoren bei den jeweiligen Skiübertragungen. Nun zieht auch Reporter-Legende Sigi Heinrich, der seit 1989 auf Eurosport vornehmlich Wintersport, Leichtathletik, Volleyball, Kunstturnen und Fußball kommentiert, über Armin Assinger und Co. her. "Zu viel Geplärre und Geschrei" sei da im ORF zu hören. Und manchmal soll "der Experte seinen Schnabel halten", betont Heinrich gegenüber TV-Media.

Sigi Heinrich lässt da wirklich kein gutes Haar an den ORF-Kommentatoren. So meint er zu den Ski-Alpin-Übertragungen allgemein: "Da bin ich enttäuscht, das muss ich ehrlich sagen. Im ORF höre ich immer sehr viele Allgemeinplätze. Wie "Bei der Zwischenzeit ist derjenige langsamer oder schneller." Das sehe ich selbst. Ich brauch' einen, der sagt, warum das so ist."

Vor allem die Co-Kommentatoren kommen bei ihm nicht gut weg. Auch: "Früher hat der Robert Seeger das allein gemacht oder der Heinz Prüller: Der ist in seinem Leben noch nie auf Ski gestanden, hat sich aber so viele Informationen vor dem Rennen geholt und dann kommentiert. Heute muss unbedingt einer dabei sein, der weiß, wie er eine Bindung zumachen kann. Das ist ja nicht mehr zu fassen." Auch übt er Kritik an den Reportern aufgrund mangelnder Recherche. "Da sind wir Journalisten aber auch selber schuld, weil wir uns vielleicht nicht gut genug mit der Materie beschäftigt haben."

"Experte soll den Schnabel halten"
Generell fehle ihm eine klare Trennung zwischen Reporter und Kommentator. "Der Experte fällt oft in den Kommentator-Jargon, weil er Angst hat, dass er zu kurz kommt. Aber der soll seinen Schnabel halten und wenn die Zeitlupe ist, dann möchte ich wissen, was da los ist. Das ist sein Job."

Auch ist Heinrich kein Fan von Armin Assinger. So sagt er über den ehemaligen Skirennläufer: "Das ist mir zu viel Geplärre, zu viel Geschrei. Emotionen sind gut, aber die muss ich auch in Worte fassen können. Ein "Oh" oder ein "Ah" oder ein "Burschen" ist kein Satz. (...) Das kann ich bitteschön daheim auf dem Sofa machen, aber doch nicht als Kommentator."

Hier ein Beispiel von der ORF-Übertragung beim Rennen in Kitzbühel:

Selbst vom Analyse-Tool hält der 62-Jährige nicht viel: "Das ist eine Mordsgaudi für den Hans Knauß und den Thomas Sykora, die können da ihre Zeichnungen machen, aber das bringt dem Zuschauer nichts."

Und auch beim Patriotismus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen spart Heinrich nicht mit Kritik. Da kommen selbst die deutschen Sender ARD und ZDF nicht gut weg: "In der Vorberichterstattung von ARD und ZDF werden ewig nur Deutsche gezeigt. Sogar mit Spezialkameras." Auch beim ORF sieht er es ähnlich: "Da muss ich an den legendären Spruch denken: Sechs Österreicher unter den ersten fünf. Bei Eurosport habe ich das Privileg, neutral sein zu können. Bei Eurosport sind wir für alle."

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