So, 19. November 2017

MBDA-Konzern:

26.02.2016 11:07

Deutsche Laserkanonen in 5 Jahren einsatzbereit

Bis vor kurzem waren Laserwaffen noch eine Vision der Science-Fiction-Literatur, die militärische Forschung in diesem Bereich hat in den letzten Jahren aber enorme Fortschritte gemacht. Tests, in denen Laserkanonen Drohnen oder kleine Boote in Flammen setzen, wurden bereits erfolgreich durchgeführt, teilweise wurden Strahlenwaffen auch auf Fahrzeuge montiert. Jetzt kündigt der Rüstungskonzern MBDA Deutschland an: In fünf Jahren werden Laserwaffen reif für den Gefechtseinsatz sein.

Der auf Raketen, Bomben und Luftabwehrsysteme spezialisierte Konzern hat einem Bericht des IT-Portals "Heise" zufolge Laserwaffen so weit entwickelt, dass sie in höchstens fünf Jahren einsatzbereit sein werden. Das verlautbarte das Unternehmen auf einer Forschungsveranstaltung in Bonn. Die Laserkanonen von MBDA sollen allerdings nicht gegen menschliche Ziele oder Fahrzeuge eingesetzt werden, sondern vor allem der Abwehr von nahenden Explosivkörpern dienen.

Laser könnten nahende Explosivkörper abfangen
Granaten, Raketen, Sprengstoff-Drohnen: Hochexplosive Flugkörper, die einem Ziel massiven Schaden zufügen könnten, sollen mit Laserwaffen künftig vor Zielkontakt zur Detonation gebracht werden, so die Idee von MBDA. Und das klappt bereits relativ gut. Eine Mitarbeiterin von MBDA schilderte bei der Forschungsveranstaltung, das Unternehmen haben in Tests bereits nahende Drohnen mit Strahlenwaffen abschießen können. Ganz konkret wurde eine kleine Drohne 3,4 Sekunden lang mit einem 20-Kilowatt-Laser bestrahlt und letztlich im Flug angezündet.

Stärke der Laserstrahlen ist ein Knackpunkt
Damit ähnliche Erfolge auch bei Granaten oder Raketen gelingen, muss man nun noch die Stärke der genutzten Laserstrahlen erhöhen. Um eine Granate sicher rechtzeitig vor dem Einschlag zur Detonation zu bringen, brauche es eine Laserstärke von 200 Kilowatt, heißt es in dem Bericht. Mit aktuellen Faserlasern sei das noch nicht zu machen. Hier könnte man zwar mehrere 10-Kilowatt-Laser koppeln, bis zur gewünschten Stärke braucht es aber noch Forschungsarbeit. Ähnlich verhält es sich mit anderen Lasertechnologien: Sogenannte Scheibenlaser wurden im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zwar bereits erforscht und sollen mehr Power haben als Faserlaser, noch ist man hier aber im Experimentalstadium.

Laserkanonen könnten Weltraumschrott abschießen
Bei MBDA ist man trotzdem zuversichtlich, die Technologie in fünf Jahren so weit zu haben, dass Laserkanonen zur Abwehr nahender Granaten verwendet werden können. Und wenn sie so weit ist, könnte man sie auch für neue Einsatzszenarien verwenden - etwa zur Beseitigung von gefährlichem Weltraumschrott, der durch den Erdorbit rast und eine Bedrohung für Raumfahrzeuge darstellt. Diese Idee vom deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist allerdings noch Zukunftsmusik. Zunächst gilt es für Konzerne wie MBDA, Laserwaffen so weit zu verfeinern, dass sie einerseits genug Leistung haben, um nahende Objekte effektiv zu bekämpfen, andererseits aber auch den Stromverbrauch so weit einzudämmen, dass die mobil eingesetzt werden können.

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