Sa, 25. November 2017

Blatter-Nachfolge

25.02.2016 16:53

FIFA-Präsidentschaftswahl: Das FBI spielt mit

Anders als letzten Dezember bei einer Sitzung des Exekutivkomitees sind am Freitag bei der Wahl zum neuen FIFA-Präsidenten nach Sepp Blatter in Zürich keine Verhaftungen zu erwarten. Vor zwei Monaten gab es auf Antrag der amerikanischen Justizbehörden 14 Festnahmen wegen Verdacht auf Korruption und Geldwäsche, darunter von FIFA-Vize Jeffrey Webb, zugleich Präsident der Konföderation von Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik. Der kooperiert jetzt mit dem FBI, liefert Informationen, um selbst halbwegs günstig davonzukommen.

Aber das FBI mischt am Freitag trotzdem mit, macht weiter Druck. Nehmen drei Viertel der 207 FIFA-Mitglieder bei dem außerordentlichen Kongress nicht die Reformen an, ist die Zukunft gefährdet. Das wissen zumindest in Europa alle - aber in Afrika und Asien fürchten viele Funktionäre um ihre Pfründe. Es geht um die Gewaltenteilung, Trennung von Präsentation und Entscheidungsebene. Keine Allmacht des Präsidenten wie bei Blatter, mehr Macht für den Generalsekretär.

Favorit Scheich Salman hat die Nase vorne
Am Donnerstag begannen die Beratungen der Konföderationen. "Derzeit hat Scheich Salman bei den Stimmen die Nase vorne, wir versuchen, das noch zu ändern", hoffte ÖFB-Präsident Leo Windtner für Gianni Infantino. In Europa geht es auch noch um den eigenen Präsidenten: Michel Platini ist kein Thema mehr, die Reduzierung seiner FIFA-Sperre wie die von Blatter von acht auf sechs Jahre hat null Bedeutung. Europa will Platini aber alle Einspruchs-Chancen lassen, auch abwarten, ob Infantino bei der FIFA entweder Präsident oder Generalsekretär unter Scheich Salman wird. Schafft er keines von beiden, wird der Schweizer wohl Platinis Nachfolger.

Chancenlos sind Prinz Ali aus Jordanien, der Südafrikaner Sexwale ("Die FIFA ist ein kaputtes Haus") und der Franzose Champagne. Offen bleibt, wie viele Wahlgänge nötig sind, ob eine Marathonsitzung bevorsteht.

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