Di, 17. Oktober 2017

In IS-Hochburg

24.02.2016 19:12

UNO versorgt syrische Zivilisten auch aus der Luft

Die Vereinten Nationen haben am Mittwoch ihre erste Lieferung von Hilfsgütern von einem Flugzeug aus über der vom IS kontrollierten syrischen Stadt Deir al-Zor abgeworfen. Die Paletten mit insgesamt 21 Tonnen Gütern für die eingeschlossenen Zivilisten seien "wie geplant im Zielgebiet gelandet".

Etwa 200.000 Menschen leben weiterhin in der Stadt, die zum Großteil von den IS-Rebellen kontrolliert wird. Über Land war am Dienstag bereits Hilfe in den belagerten Orten Muadamiyat und Kafar Batna nahe der Hauptstadt Damaskus angekommen. UNO-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien führte vor dem Sicherheitsrat aus, dass die Versorgung mit Hilfslieferungen auf dem Landweg sicherer und zielgenauer sei, doch "als letztes Mittel" kommt nach seinen Worten auch die Versorgung aus der Luft in Betracht.

Bei Luftangriffen nahe Deir al-Zor kamen bisher Dutzende Zivilisten ums Leben, darunter auch Kinder. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ging zuletzt davon aus, dass russische Kampfjets für die Angriffe verantwortlich sind. Die Vereinten Nationen haben die Konfliktparteien in Syrien aufgerufen, die Belagerungen von Städten zu beenden. Nach UNO-Schätzungen sind davon 487.000 Menschen betroffen.

Noch keine Entscheidung über Feuerpause
Nach zahlreichen diplomatischen Rückschlägen haben sich Russland und die USA am Montag auf die Bedingungen für eine Feuerpause in Syrien geeinigt. Die Waffenruhe soll Samstagmitternacht (Ortszeit Damaskus) beginnen. Doch während das syrische Regime mit Staatschef Bashar al-Assad den vereinbarten Waffenstillstand akzeptierten, äußerten Gegner von Assad erhebliche Zweifel an der Vereinbarung.

US-Präsident Barack Obama sagte am Mittwoch in Washington, er sei zurückhaltend, was die Erwartungen für ein Ende der Kämpfe angehe. Auch Außenminister John Kerry räumte die Gefahr eines Fehlschlags ein. Er verbürge sich nicht dafür, "dass es auf jeden Fall klappen wird", sagte er nach einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. Zwar müsse es irgendwann eine politische Lösung geben, die Frage sei jedoch, ob jetzt die Zeit dafür reif sei.

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