Sa, 18. November 2017

Olympia-Sensation

24.02.2016 16:46

25. Februar 2006: Die größte Sternstunde überhaupt

Dreifach-Erfolg bei Olympia! Das gab es in Österreichs Sportgeschichte nur dreimal - aber nie war er so sensationell wie am Samstag, den 25. Februar, vor zehn Jahren. Benjamin Raich siegte im Olympia-Slalom von Turin vor Reinfried Herbst und Rainer Schönfelder.

Fans von Benni Raich, die die halbe Nacht durchgemacht hatten und schon wieder ein wenig in Bier-Laune waren, sangen an diesem 25. Februar 2006 vor dem Beginn des Abendslaloms: "Wir holen Gold!"

Worte, die ein wenig verwegen klangen. Schließlich hatte Österreich in dieser Saison gerade im Slalom nicht ein einziges Rennen gewonnen. Aber selbst ihre Erwartungen sollten noch um ein Vielfaches übertroffen werden. Von der größten Sternstunde in Österreichs Sportgeschichte. Die noch sensationeller war als davor die Olympischen Dreifach-Siege im Herren-Riesentorlauf 1956 und 1964 in der Damen-Abfahrt.

Vollgas auch beim Feiern
"Ich stand am Start, sah dort, wie der nach dem ersten Lauf Zweitplatzierte Kalle Palander schon nach drei Toren einfädelte und wusste deshalb: Österreich hat schon Gold", erinnert sich Benni Raich. Der nach seinem Sieg im Riesentorlauf auch dieses Rennen gewinnen sollte und so zu einem der Superstars dieser Spiele wurde. "Es waren unvergessliche Erlebnisse", denkt er zurück, "und danach haben wir beim Feiern genauso Gas geben wie zuvor auf der Piste".

Da nickt Reini Herbst, der im Sommer davor aus allen Kadern geflogen war und gleich bei seinem ersten Großereignis-Rennen hinter dem Tiroler Silber holte, lächelnd: "Stimmt! Aber da haben wir den Spieß umgedreht. Die Party-Wertung hat der Schöni klar gewonnen - vor mir und Benni!"

"Man kapiert's erst viel später"
Und er erinnert sich an die Stunden nach dem Rennen. "Unser damaliger Pressebetreuer Roberto Brunner hat schon im Auto, mit dem er uns vom Zielgelände wegbrachte, die erste Flasche Champagner geöffnet. Irgendwie war alles im Traum. Als wir dann ins Österreich-Haus kamen und uns all die Menschen begeistert zujubelten, rannte mir die Ganslhaut über den ganzen Körper. Aber was so ein Erfolg wirklich bedeutet, kapiert man erst viel später."

Das sieht Schönfelder, der vor seiner Slalom-Bronzenen auch in der Kombination Dritter geworden war, genauso. Und muss heute noch schmunzelnd daran denken, dass er als Bub nach dem letzten Platz in seinem allerersten Rennen sofort wieder mit dem Skifahren aufhören wollte. Die Ur-Oma überredete ihn damals zum Weitermachen. Zum Glück. Sonst hätte es die Sternstunde von Turin nicht gegeben.

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