Mo, 20. November 2017

Mehr als bekannt

24.02.2016 07:47

US-Justiz fordert Entsperrung von 15 iPhones

Der Streit zwischen dem US-Justizministerium und Apple über die Entsperrung von iPhones hat größere Ausmaße als bekannt. Aus am Dienstag veröffentlichten Gerichtsunterlagen geht hervor, dass sich das Ministerium in den vergangenen vier Monaten bei Gerichten landesweit in 15 Fällen um eine Umgehung der Schutzmechanismen bemüht hat.

Die Ermittler hätten iPhones sichergestellt, könnten die auf den Geräten gespeicherten Daten aber wegen der Sicherheitseinstellungen nicht auswerten. Details der Fälle seien noch nicht bekannt, es handle sich vermutlich nicht um Ermittlungen im Zusammenhang mit Terrorvorwürfen, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag.

Bisher war nur bekannt, dass sich das Justizministerium mit Apple um das iPhone des Angreifers von San Bernardino streitet. Bei dem Anschlag im Dezember waren 14 Menschen erschossen worden. Die Justiz will Apple per Gerichtsurteil zwingen lassen, das iPhone für die Ermittler zu knacken. Apple wehrt sich dagegen und spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall.

Android-Chef fordert breite Diskussion über Konsequenzen
Rückendeckung bekam der Konzern am Dienstag von Android-Chef Hiroshi Lockheimer, der im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona auf eine breite Diskussion über die FBI-Forderungen an Apple, beim Aushebeln des Passwortschutzes eines iPhones zu helfen, drängte. "Es ist eine ganz neue Situation, in der verlangt wird, ein Produkt zu verändern, um einen Sicherheitsmechanismus zu umgehen", betonte Lockheimer.

Industrie und Politik sollten ausgiebig über die Konsequenzen nachdenken. "Wenn es einmal so weit kommt, kann es auch immer wieder passieren", argumentierte der Google-Manager. Deshalb könne man nicht von einem Einzelfall sprechen und müsse über ein Verfahren nachdenken, das wiederholt angewandt werden könne.

Apple-Unterstützer protestieren gegen FBI
Unterdessen versammelten sich am Dienstagabend ein paar Dutzend Apple-Sympathisanten unter anderem vor dem Apple Store in New York sowie der FBI-Zentrale in Washington, um mit Slogans wie "Don't break our phones", "Stop spying" oder "No entry" gegen die geplante Aushebelung des Passwortschutzes zu protestieren.

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