Sa, 21. Oktober 2017

"Krone"-Ombudsfrau

23.02.2016 13:41

Digitaler Stromzähler: Familie muss kalt duschen

Geduscht wird bei Familie Hofer aus Weyer derzeit kalt. Und das nicht, weil man auf die Kneipp-Methode schwört, sondern weil man sich mit Stromnetzbetreiber Netz OÖ angelegt hat. Familie Hofer möchte keinen Smart Meter eingebaut bekommen. Vorläufiger Höhepunkt des Disputs: Der Nachtstrom wurde abgedreht.

Das Problem begann im August 2015. Familie Hofer aus Weyer (OÖ) wurde schriftlich angekündigt, dass ihr analoger Stromzähler durch einen digitalen ersetzt wird. Aus Datenschutzgründen und aus Gesundheitsgründen - Elektrosmog! - verweigerte man diese Änderung und erhielt auch die Zusicherung, dass der alte Zähler bis zur nächsten Eichung, die im Jahr 2018 sein sollte, in Betrieb bleiben kann.

Doch im Jänner wurde der Familie ziemlich überraschend der Nachtstrom, den sie auch für Warmwasser nützte, abgedreht. Die Rundsteuerungsanlage, die den Wechsel von Tag- und Nachtstrom organisiert, war in die Jahre gekommen. Ein Ersatz der 150.000 Euro teuren Anlage ist, so Netz OÖ, nicht rentabel.

"Die Familie wird immer Strom haben", verspricht Netz OÖ-Sprecher Michael Frostel trotzdem, "aber die Smart Meter sollen EU-weit umgesetzt werden. Wir sind durch den Gesetzgeber gebunden." 240.000 Smart Meter wurden bereits montiert. Rund 1500 Strombezieher nützten die Opt-Out-Regelung. Diese im Gesetz festgelegte Alternative sieht vor, dass der elektronische Zähler eingebaut, allerdings die digitale, viertelstündliche Datenübertragung ausgeschaltet wird.

Gudrun Hofer, die inzwischen mit weiteren "Stromrebellen" in Kontakt steht: "Ich möchte aber meinen analogen Zähler behalten, weil ich im anderen Fall nicht überprüfen kann, ob die Datenübermittlung tatsächlich ausgeschaltet ist, und was mit meinen Daten geschieht." Zu den Zweifeln kommt Hilflosigkeit: "Das Netz ist ein Monopol, das kann ich nicht wechseln wie den Stromanbieter."

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