Sa, 25. November 2017

Druck auf Apple

22.02.2016 08:49

US-Regierung will Zugang zu iPhone erzwingen

Die US-Regierung hat sich erneut an die Justiz gewandt, um von Apple einen Zugang zum iPhone des Attentäters von San Bernardino zu erlangen. Das Justizministerium in Washington richtete sich am Freitag an ein Bundesgericht, da sich der kalifornische Konzern einer gerichtlichen Anordnung widersetzt.

Diese sieht vor, der Bundespolizei FBI bei der Entschlüsselung des iPhones von Syed Rizwan Farook zu helfen, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen erschossen hatte. Den Ermittlern ist es bisher nicht gelungen, die Sperre des iPhones auszuhebeln. Das Paar, das die Terrororganisation Islamischer Staat unterstützt haben soll, starb in einem Gefecht mit der Polizei.

Die zuständige Richterin Sheri Pym hatte Apple vergangenen Dienstag angewiesen, den Ermittlern Zugang zu den auf dem iPhone gespeicherten Daten zu verschaffen. Apple-Chef Tim Cook kritisierte, dass sein Konzern "eine Hintertür für das iPhone" bauen solle. Eine solche Software zu entwickeln sei aber "zu gefährlich". Gerate sie in "falsche Hände", könnte damit jedes iPhone entschlüsselt werden.

US-Justiz: "Keine Hintertür für jedes iPhone"
Das Justizministerium erklärte nun, die gerichtliche Anordnung verlange von Apple nicht, wie von dem Konzern behauptet, eine Hintertür für jedes iPhone zu öffnen. Zudem scheine es, dass Apple vor allem "Marketingsorgen" umtrieben. Die Firma werde aber nicht aufgefordert, sensible Software zu übergeben, die von Hackern benutzt werden könnte. Eine Gerichtsanhörung ist für den 22. März angesetzt.

"Es geht um die Opfer und um Gerechtigkeit"
Auch FBI-Chef James Comey versicherte, dass er mit dem Druck auf den Konzern zum Entsperren des iPhones eines toten Attentäters keinen Präzedenzfall für spätere Überwachung anstrebe. "Es geht um die Opfer und um Gerechtigkeit", schrieb der Direktor der Bundespolizei in einem in der Nacht auf Montag veröffentlichten offenen Brief. "Wir wollen keine Verschlüsselung brechen oder einen Generalschlüssel in die Welt setzen."

Zugleich räumte Comey ein, dass es mit der Verschlüsselung einen Konflikt zwischen Sicherheit und Privatsphäre gebe. "Dieser Konflikt sollte nicht von Unternehmen gelöst werden, die davon Leben, Dinge zu verkaufen", schrieb er. Allerdings auch nicht vom FBI, dessen Job Ermittlungen sind, sondern grundsätzlich vom amerikanischen Volk.

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