Do, 19. Oktober 2017

Wurde 84 Jahre alt

20.02.2016 12:27

Schriftsteller Umberto Eco erlag Krebsleiden

Der italienische Schriftsteller Umberto Eco ist tot. Er ist im Alter von 84 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben, berichteten italienische Medien in der Nacht auf Samstag unter Berufung auf die Familie. Der Philosoph und Autor wurde gleich mit seinem ersten Roman "Der Name der Rose" von 1980 weltberühmt. Mit seiner deutschen Frau Renate Ramge hatte er eine Tochter und einen Sohn.

Eco sei am Freitagabend bei sich zu Hause gestorben, berichtete die Zeitung "La Repubblica" auf ihrer Website unter Berufung auf die Angehörigen des Schriftstellers. In Mailand ist am Dienstag eine Trauerzeremonie im Schloss Sforzesco geplant.

Renzi: "Riesiger Verlust für die Kultur"
Italiens Premier Matteo Renzi bezeichnete Eco als "außerordentliches Beispiel eines europäischen Intellektuellen", dessen Tod "einen riesigen Verlust für die Kultur" bedeute. "Uns werden seine Schriftstellerei und seine Menschlichkeit fehlen", so Renzi. Staatspräsident Sergio Mattarella beschrieb Eco als "freien Menschen mit einem tief kritischen Geist und ziviler Leidenschaft".

Rajoy: "Seine Arbeit bleibt uns erhalten"
Auch außerhalb Italiens löste Ecos Tod Bestürzung aus. Für den Präsidenten des EU-Parlaments, Martin Schulz, hinterlässt Eco "ein Erbe an Kultur, Ideen, Romanen und Lehren, die ewig bleiben werden". Der spanische Premier Mariano Rajoy sagte, dass Ecos Werk stets in der Erinnerung der Europäer bleiben werde: "Seine Arbeit bleibt uns erhalten."

Viele Kollegen trauerten um Eco. Zu ihnen zählt auch Bestsellerautor Roberto Saviano, den Eco zu Beginn seiner Karriere stark unterstützt hatte. "Eco war an meiner Seite, als ich noch unbekannt war und mein Leben unter den Schwierigkeiten der Anfänge abzustürzen drohte. Danke, Professor!", schrieb Saviano auf Facebook.

Professor mit spätem literarischen Durchbruch
Eco wurde am 5. Jänner 1932 als Sohn eines Buchhalters im norditalienischen Alessandria geboren. Der Italiener galt als einer der großen Intellektuellen der Zeitgeschichte, er war unter anderem als Journalist, Lektor, Herausgeber und Universitätsprofessor tätig. Seine "Einführung in die Semiotik" gilt bis heute als internationales Standardwerk.

Der literarische Durchbruch gelang ihm mit seinem Erstlingsroman "Der Name der Rose", der von Jean-Jacques Annaud verfilmt wurde - unter anderem mit Helmut Qualtinger in seiner letzten Rolle. Nach "Der Name der Rose" feierte Eco mit weiteren Romanen internationale Erfolge: "Das Foucaultsche Pendel" (1988), "Die Insel des vorigen Tages" (1994) und "Baudolino" (2000) wurden internationale Bestseller. 2011 erschien die deutsche Ausgabe seines Romans "Der Friedhof in Prag".

Letztes Werk erscheint im Mai
Das letzte Werk des Schriftstellers soll im Mai erscheinen. Es handelt sich um einen Essay über aktuelle Themen, der den Titel "Pape Satan Alepp" trägt und den Eco noch zu Lebzeiten der Verlegerin Elisabetta Sgarbi übergeben hatte. Sgarbi und Eco hatten vor wenigen Monaten den unabhängigen Verlag "La nave di Teseo" (Das Schiff des Theseus) gegründet.

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