Mi, 18. Oktober 2017

Erzbischof warnt:

18.02.2016 12:44

„Unchristliches“ Europa wird anfällig und schwach

Erzbischof Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses und ehemaliger Sekretär von Benedikt XVI., appelliert angesichts der Flüchtlingskrise an die Barmherzigkeit der Europäer. Diese müsse grenzenlos sein. Gleichzeitig warnt der deutsche Geistliche allerdings davor, sich von den jüdisch-christlichen Wurzeln zu distanzieren. Denn wenn Europa sein Erbe vergesse, werde es anfällig und schwach, so Gänswein in einem Interview mit der Online-Ausgabe des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus".

"Wenn Europa in erster Linie nur als gemeinsamer Finanz- und Wirtschaftsraum funktionieren soll, dann ist das zu wenig für Europa. Es fehlt die Seele. Europa lebt von seinem jüdisch-christlichen Erbe. Darin wurzelt seine tiefste Identität. Wo diese Identität versandet, ist Europa anfällig und schwach," betont Gänswein.

Der Erzbischof nimmt auch Bezug auf die Bibel: "Europa muss auf Fels gebaut werden, nicht auf Sand. An der gegenwärtig großen Herausforderung der Migration wird sich zeigen, ob Europa seiner Verantwortung gerecht zu werden vermag oder nicht. Die christliche Grundüberzeugung lautet: 'Menschen, die in großer Not sind, brauchen Hilfe, jetzt und hier, sie haben ein Recht auf Hilfe.'"

Franziskus spricht von "Erosion des Glaubens"
Bereits Papst Benedikt XVI. hatte Kritik an der Relativierung des christlichen Glaubens in Europa geübt. Auch Franziskus sprach wiederholt von einer "Erosion des Glaubens". In diesem Zusammenhang hofft Gänswein, dass durch die Flüchtlingswelle "ein Weckruf, eine Rückbesinnung auf die eigenen religiösen Wurzeln" erfolgen würde.

Denn seiner Ansicht nach würden Muslime die Werte ihrer aufnehmenden Länder viel eher respektieren, wenn die Mehrheitsbevölkerungen eine überzeugte Position einnähmen. "Die Achtung vor der anderen Religion nimmt nicht zu, wenn ich meine eigene verleugne. Die Achtung nimmt vielmehr zu, wenn mein Gegenüber erlebt: Da hat jemand einen Glauben, zu dem er steht, der ihm wichtig ist", meint Gänswein.

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