Sa, 18. November 2017

Apple gegen das FBI

18.02.2016 09:22

Cook bekommt Schützenhilfe von Google & WhatsApp

Apple gegen das FBI: Der Computerkonzern aus Cupertino will einer gerichtlichen Anordnung, das iPhone des San-Bernardino-Attentäters zu entsperren, nicht nachkommen. Ein Tool zum Knacken von iPhones zu schreiben, sei zu riskant, schließlich könnte es in den falschen Händen viel Schaden anrichten, warnt Apple-Boss Tim Cook.

Ob es Cook gelingt, der US-Regierung die Kooperation zu verwehren, muss sich noch zeigen. Cook hat Apple-Kunden bereits in einem offenen Brief über die Forderungen der US-Behörden und Apples Haltung zu dem Thema informiert.

Er bekommt in seiner Kraftprobe jetzt außerdem prominente Unterstützung aus den Chefetagen von Google und WhatsApp.

Pichai: "besorgniserregender Präzedenzfall"
Google-Chef Sundar Pichai warnte, die Forderung an ein Unternehmen, das Hacken von Geräten und Daten seiner Kunden zu ermöglichen, "könnte ein besorgniserregender Präzedenzfall werden" und die Privatsphäre von Nutzern verletzen.

Er hoffe auf eine bedachte und offene Diskussion zu dem Thema, schrieb Pichai in einer Serie von Tweets.

WhatsApp-Gründer stärkt Cook den Rücken
Der Gründer des Kurzmitteilungsdienstes WhatsApp, Jan Koum, stärkte Apple-Chef Tim Cook noch unmissverständlicher den Rücken. "Wir dürfen diesen gefährlichen Präzedenzfall nicht zulassen", betonte er in einem Facebook-Eintrag. Heute gehe es um die Freiheit. WhatsApp wurde vor rund zwei Jahren für 22 Milliarden Dollar von Facebook übernommen, Koum führt den Dienst weiter.

Apple-Chef Tim Cook kündigte am Mittwoch an, das Unternehmen werde sich gegen die gerichtliche Anordnung wehren, dem FBI das Entsperren des iPhones des toten Attentäters zu ermöglichen. Würde Apple die geforderte Software entwickeln, entstünde damit generell eine "Hintertür" ins iPhone, warnt Cook.

Der Fall könnte politisch heikel für Apple werden: Es geht um das Telefon von Syed Rizwan Farook, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember 14 Menschen im kalifornischen San Bernardino erschoss.

Trump will Apple zum iPhone-Knacken zwingen
Einige wichtige US-Politiker zeigten in ihren Reaktionen wenig Verständnis für die Apple-Position. Die kalifornische Senatorin Dianne Feinstein, die Vize-Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses ist, will notfalls Gesetzesänderungen anstoßen. In ihrem Staat seien durch einen Terroranschlag 14 Menschen gestorben und das verschlüsselte Telefon könne zusätzliche Informationen liefern, betonte sie im Nachrichtensender CNN. "Und ich bin überzeugt, dass es zu unserer Verantwortung und Pflicht als Regierung gehört, dafür zu sorgen, dass Apple diese Informationen liefert."

Der republikanische Senator Tom Cotton war noch harscher in seiner Kritik: "Apple entschied sich, die Privatsphäre eines toten IS-Terroristen statt der Sicherheit des amerikanischen Volkes zu schützen."

Der Milliardär Donald Trump, der für die Republikaner als Präsidentschaftskandidat antreten will, erklärte im Sender MSNBC, Apple handle schandhaft und müsse gezwungen werden, dem FBI zu helfen. Zugleich warnte der demokratische Senator Ron Wyden, mit der Software zum Entsperren von iPhones könne die Online-Sicherheit für "Millionen Amerikaner" gefährdet werden. Außerdem würde die US-Regierung damit Russland und China ermutigen, amerikanische Unternehmen zu "Hintertüren" in ihren Produkten zu zwingen, sagte er der Website "Buzzfeed".

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