Sa, 18. November 2017

Beinahe gestürzt

17.02.2016 19:16

Verärgerter Papst weist jungen Fan in Schranken

Es ist seine bisher gefährlichste Reise: Papst Franziskus befindet sich derzeit in Mexiko. Während seines Besuchs in der Unruheprovinz Michoacan, einer der gewalttätigsten Regionen des Landes im langjährigen Drogenkrieg, wurde er ebenfalls Opfer eines "Angriffs" - allerdings war dieser harmlos: Ein übereifriger Gläubiger zerrte am Arm des Papstes und brachte diesen beinahe zu Sturz. Franziskus reagierte sichtlich erzürnt und schimpfte über den "egoistischen" jungen Mann.

Der Zwischenfall wurde im Fernsehen gezeigt: Während einer Begegnung mit Tausenden Jugendlichen im Stadion von Morelia drängt einer von ihnen nach vorne zum Papst und zerrt an seinem Arm. Franziskus gerät aus dem Gleichgewicht und stürzt auf ein Kind in einem Rollstuhl. Zunächst entschuldigt sich der Heilige Vater bei dem Rollstuhlfahrer. Danach blickt Franziskus den "Angreifer" mit bösen Augen an und belehrt ihn mit erhobener Hand: "Sei nicht egoistisch!"

Vatikansprecher Federico Lombardi sagte später, die Reaktion des Papstes sei spontan und menschlich gewesen. Franziskus habe sich gleich danach wieder mit Freude den Menschen zugewendet. Der Pontifex beendete am Mittwochabend mit einer Messe vor mehr als 200.000 Besuchern unweit der US-Staatsgrenze seinen mehrtägigen Besuch in Mexiko.

Trump übt heftige Kritik an Franziskus
Heftige Kritik an der Feier gab es im Vorfeld von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Der Bauunternehmer warf dem Papst vor, zu sehr zu politisieren und in der Einwanderungsfrage das Geschäft Mexikos zu betreiben. "Ich denke, Mexiko hat ihn dazu bewegt, weil es möchte, dass die Grenze so bleibt, wie sie ist. Die machen damit ein Vermögen - und wir verlieren", so der Milliardär. Der Papst zeige wenig Verständnis für "die Gefahren, die von unserer offenen Grenze mit Mexiko ausgehen".

Für Lombardi sind die Vorwürfe "seltsam". Ob der Papst diese Aussage Trumps kenne, wisse er nicht, sagte der Sprecher am Mittwoch. Franziskus wisse aber, dass in den USA derzeit Wahlkampf geführt werde und dass Trump sich mitunter "sehr expressiv" äußere. Im Übrigen sei allgemein bekannt, dass der Papst kein Politiker sei, sondern sich mit seiner moralischen Autorität äußere. Dass dies Auswirkungen auf politischem Gebiet haben könne, sei ebenfalls offensichtlich.

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