Mi, 13. Dezember 2017

"Krone"-Ombudsfrau

17.02.2016 08:00

Schlüsseldienste: Aufbohren und Abkassieren?

Was macht einen guten Schlüsseldienst aus? Und wie erkennt man diesen? Nach unserem Bericht über eine 102-jährige Wienerin, die für das Öffnen der Wohnungstür 400 € bezahlen musste, haben uns viele Leser ihre Erfahrungen mit den schwarzen Schafen der Branche geschildert. Die Ombudsfrau hat Tipps für den Notfall.

Auch Leserin Ina S. aus Tirol hat unlängst draufgezahlt. Mitte Jänner sperrte sie sich aus der Wohnung aus, in der sich ihr Hund befand und Kerzen brannten. In der Not suchte sie via Internet am Handy nach einem Schlüsseldienst und rief eine "Notrufnummer". "Dreieinhalb Stunden später kam ein Mann, der ein Auto mit deutschem Kennzeichen fuhr. Für das Aufbohren des Türschlosses knöpfte er mir 539 Euro in bar ab. Dann wollte er mir noch einen Zylinder um 300 Euro verkaufen, was ich dankend ablehnte", schildert Frau S. den Vorfall.

Aufbohren und abkassieren ist laut Experten eine beliebte Methode bei den schwarzen Branchen-Schafen. In den meisten Fällen wäre das Öffnen eines Schlosses möglich, ohne es aufzubohren und zu zerstören. Das Aufsperren von Schließzylindern gehe in Minutenschnelle. Richtpreis für diesen Dienst: rund 130 Euro.

Auch Frau S. wollte sich bei der Firma über den hohen Preis beschweren, erreichte aber niemanden mehr. Im Internet war das Unternehmen plötzlich unauffindbar. Auf der Rechnung steht gar, das Unternehmen habe keine Steuernummer, sondern befinde sich "in Gründung"...

Der beste Tipp: Vor dem Notfall vorsorgen. Suchen Sie einen Schlüsseldienst möglichst in der Nähe und speichern Sie die Nummer im Handy. Die Firma sollte einen Fixpreis anbieten, aber keine Viertelstunden-Abrechnungen und unerklärbare Aufschläge verlangen. Oder fragen Sie nach, mit welchem Schlüsseldienst Ihre Haushaltsversicherung zusammenarbeitet. Die topgereihten Firmen bei der Internetsuche sind hingegen oft die falsche Wahl.

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