Sa, 25. November 2017

Zu wenig Wohnungen

16.02.2016 10:27

Wien: Immo-Branche ortet „enorme Angebotslücke“

In der Bundeshauptstadt werden zu wenig Wohnungen gebaut. Das befindet zumindest die Immo-Branche. "Die Angebotslücke im frei finanzierten und geförderten Bereich ist enorm", diagnostizierte Buwog-Geschäftsführer Andreas Holler. Laut grober Schätzung hätten laut ihm allein im Vorjahr rund 11.000 Wohnungen gefehlt. Von der Stadt Wien wünscht man sich Maßnahmen, u.a. schnellere Widmungsverfahren.

Holler rechnete vor, dass Wien allein im Vorjahr um 43.200 Einwohner gewachsen ist. Nachdem die durchschnittliche Haushaltsgröße bei zwei Personen liegt, ergebe allein dieser demografische Anstieg 2015 einen zusätzlichen Bedarf von 21.600 Wohnungen. Laut Buwog-Geschäftsführer liegt die Bauleistung in der Donaumetropole bei schätzungsweise 10.000 Wohnungen jährlich - "schätzungsweise" deshalb, weil es hierzu keine eindeutigen Statistiken gebe, wie er betonte.

11.000 Wohnungen fehlten im Vorjahr
Grob kalkuliert folge daraus allein für das Vorjahr eine Angebotslücke von mindestens 11.000 Wohnungen, so Holler. Zudem werde der Bedarf in den nächsten Jahren angesichts des prognostizierten Bevölkerungswachstums weiter steigen, wobei vor allem günstige Wohnungen mit zwei oder drei Zimmern nachgefragt würden, sagte Michael Ehlmaier von EHL mit Verweis auf den überproportionalen Anstieg von Ein-Personen-Haushalten. In den kommenden Jahren werden zudem Flüchtlinge, die grosso modo eher im unteren Einkommens- bzw. Vermögenssegment angesiedelt sind, selbstständig auf den Markt drängen, ergänzte Buwog-Chef Daniel Riedl: "Dem wird Rechnung zu tragen sein."

"Es geschieht zu wenig und zu langsam"
Vom Rathaus wünscht sich die Immobilienbranche eine Reihe von Maßnahmen. Es geschehe schon etwas, aber zu wenig und zu langsam, so der Tenor. Gefordert werden etwa schnellere und einfachere Widmungsverfahren. Darüber hinaus sollte die Stadt mehr leistbare Grundstücke zur Verfügung stellen. Riedl hält zudem die Standards im geförderten Wohnbau zu hoch. Das reiche von überzogenen architektonischen Vorschriften wie gläserne Lifte bis zu fix eingeplanten "Nebenräumen" wie etwa Sozialräume, die von den Bewohnern zuweilen gar nicht genutzt würden, aber trotzdem Wohnraum dezimierten: "Hier sehen wir Einsparungsmaßnahmen."

Was die Wohnungspreise anbelangt, erwarten Buwog und EHL im heurigen Jahr wieder Steigerungen. Im Mietbereich wird ein moderates Plus von 1,25 Prozent prognostiziert, im Eigentumssektor - je nach Lage - ein Zuwachs zwischen 2 und 3 Prozent.

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