So, 19. November 2017

Informatiker warnt:

16.02.2016 08:35

Robo-Revolution könnte zu sozialen Unruhen führen

Österreich hat aktuell eine Arbeitslosenrate von 10,6 Prozent. Das ist relativ hoch, aber nichts im Vergleich zu den Arbeitslosenzahlen, die ein US-Informatiker für das Jahr 2046 prognostiziert. Dem Experten zufolge könnten in dieser gar nicht mehr so fernen Zukunft 50 Prozent aller Menschen arbeitslos sein - und zwar, weil Maschinen ihre Jobs übernommen haben. Die Folgen wären erschreckend.

"Würden Sie darauf wetten, dass es keine Sex-Roboter geben wird? Ich würde es nicht", sagt US-Informatiker Moshe Vardi. Er erwartet, dass Maschinen in 30 Jahren jeden zweiten Job überflüssig machen werden und ein Heer von Arbeitslosen produzieren.

"Was tun dann die Menschen?"
Das Problem, das Vardi einem Bericht der britischen Zeitung "Guardian" zufolge ortet: "Wenn Maschinen dazu fähig sind, fast jede Arbeit zu verrichten, die Menschen verrichten können, was tun dann die Menschen?"

Man könnte argumentieren, die Menschen hätten dann mehr Zeit für ihre Hobbies. Der Informatiker hält dies allerdings für keine erstrebenswerte Zukunft. "Ich glaube, dass Arbeit zentral für das menschliche Wohlergehen ist", sagt Vardi - und warnt vor den Folgen der Roboter-Revolution.

Arbeitslosigkeit könnte zu Unruhen führen
Die steigenden Arbeitslosenzahlen können nämlich durchaus handfeste politische Konsequenzen - etwa steigende Ungleichheit - haben und die Welt so nachhaltig verändern, wie einst die industrielle Revolution.

"Die industrielle Revolution hat die russische und chinesische Revolution hervorgebracht - und rund 100 Millionen Menschenleben gekostet. Ich hoffe, wir sind dieses Mal weiser", warnt Vardi gegenüber "CNET".

Der Wissenschaftler fürchtet allerdings, dass seine Sorgen nicht ernst genommen werden. "Wir sind in einem Präsidentschaftswahljahr und diese Angelegenheit hat niemand auf dem Radar", sagt Vardi.

Nicht alle Branchen gleichermaßen betroffen
Betroffen vom Siegeszug maschineller Arbeit dürften einer Analyse der Unternehmensberatung McKinsey & Company vor allem wenig qualifizierte Arbeitskräfte sein. Hochrangige Ärzte oder Manager werden wohl trotz immer besserer künstlicher Intelligenz nicht so schnell von Maschinen ersetzt werden, bei Fließbandarbeitern sieht die Sache anders aus.

Schon jetzt bangen in China Millionen Arbeiter, dass sie eines Tages durch Roboter ersetzt werden könnten. Aber auch Taxifahrer, Handwerker oder Bankberater auf der ganzen Welt haben keine Garantie, dass nicht eines Tages ein Roboter oder eine künstlichen Intelligenz ihre Arbeit übernimmt.

Angesichts der zu erwartenden Umwälzungen mahnt der Forscher, die Menschheit müsse sich auf eine ihrer größten Herausforderungen vorbereiten. Vardi: "Wir müssen die Gelegenheit nutzen und uns dieser Herausforderung stellen!"

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