Sa, 18. November 2017

Einseitiges Derby

14.02.2016 21:02

Hier im Video: Rapid demütigt die Austria mit 3:0

Wer hätte das gedacht? Mit einem 3:0-Erfolg bei der Austria hat sich Rapid am Sonntag zum 130. Mal und auch in dieser Höhe durchaus verdient den Sieg im großen Wiener Derby gesichert. Frühe Tore von Neo-Rapidler Thomas Murg (9.) und Kapitän Steffen Hofmann (14.) brachten die über weite Strecken überlegenen Gäste auf die Siegerstraße, Matej Jelic machte den Sack in der Schlussphase zu (73.). Vier Tage nach dem enttäuschenden Cup-K.-o. gegen die Admira lieferte Grün-Weiß eine gelungene Generalprobe für das Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Valencia am Donnerstag. Im Video oben sehen Sie alle Highlights dieser Partie!

Während Rapid die Derby-Bilanz aufbesserte, hält die Austria weiter bei 71 Remis und 115 Siegen. In der Generali Arena (vormals Horr-Stadion) gab es in 38 Spielen 14 Austria-Siege, 16 Remis und 7 Erfolge Rapids. Die Partie war aber die vorerst letzte am Verteilerkreis, übersiedeln die Favoritner wegen des Stadionumbaus doch ab Sommer für zwei Saisonen ins Ernst-Happel-Stadion.

Gelungene Heimkehr für Ex-Austrianer Murg
Einen besonderen Tag erlebte Murg, der just bei seinem Startelf-Debüt für Rapid etwas überraschend den Vorzug gegenüber Philipp Schobesberger bekommen hatte und schon in der neunten Minute über sein erstes Tor in Grün-Weiß jubeln durfte. Im Sommer 2014 war der zwischenzeitliche Rieder nicht gerade in Harmonie von den "Veilchen" geschieden.

Bengalen von Rapid-Fans werden wohl kosten
Kleiner Wermutstropfen für Rapid könnten lediglich neuerliche Strafen der Bundesliga für Bengalen und Böller sein, die im Fan-Sektor der Hütteldorfer gezündet wurden. Bei Rapid war neben der Rochade Murg-Schobesberger Kapitän Steffen Hofmann im Vergleich zum Cup wieder von Anfang an dabei. Austria-Coach Thorsten Fink hatte wieder seine Standard-Abwehr-Kette zur Verfügung, im Mittelfeld kehrte Roi Kehat nach seiner Bänderverletzung im Knöchel zurück.

Spiel beginnt nach Trauerminute für Trifon Iwanow
Die Partie begann nach einer Trauerminute für den verstorbenen Ex-Rapidler und -Austrianer Trifon Iwanow aggressiv, schnell und allgemein recht vielversprechend. Erst erwies sich der Winkel für Matej Jelic nach schönem Lochpass Stefan Stangls aber zu spitz - Hadzikic parierte (2.). In der nächsten Aktion blieb der allein aufs Rapid-Tor zustürmende Austrianer Lary Kayode bei einem Zusammenprall mit Goalie Strebinger liegen, konnte aber weitermachen. Die Aktion lief weiter, Stangl musste vor Gorgon klären.

Abseitstor von Murg bringt Rapid in Führung
Ein Tor lag aber nicht nur in der Luft: In der neunten Minute verwertete der aus Abseitsposition gestartete Murg ein Zuspiel von Steffen Hofmann sicher. Der Routinier selbst legte nur fünf Minuten später aus einem Foul-Elfer souverän nach (14.). Dem Penalty war eine ungeschickte Attacke Vance Shikovs an der Strafraumgrenze an Jelic vorausgegangen und brachte die Hausherren um die Früchte des engagierten Beginns.

Geschockte Austrianer finden nicht zurück ins Spiel
Die Austria brauchte eine Weile, um sich von diesem Schock einigermaßen zu erholen, fand jedoch bis zur Pause nicht richtig zu ihrem Spiel - auch, weil Rapid nun auf Sicherheit bedacht, vor allem auf Kontrolle und Konter setzte. Mit einem gefährlichen Weitschuss von Thanos Petsos - ins Out abgefälscht von Lukas Rotpuller (22.) -, sowie einer von Hadzikic vereitelten Jelic-Chance (29.) wurden die Gäste bis zur Pause aber nur noch zweimal in der Offensive auffällig.

Austria in Hälfte zwei bemüht, aber ungefährlich
Nach dem Seitenwechsel sahen die 12.500 Zuschauer im ausverkauften Stadion zumeist ein Spiel auf ein Tor. Die Austria, bei der Cup-Siegestorschütze Kevin Friesenbichler den unauffälligen Kehat ersetzte, wirkte bemüht, konnte aber nicht mehr für Spannung sorgen. Ein Gorgon-Weitschuss in die Arme Strebingers (49.) und eine Flanke Fabian Kochs, die Kayode nicht verwerten konnte (56.), blieben vorerst die einzigen Chancen. Die beste machte Mario Sonnleitner zunichte: Nach einem Shikov-Kopfball aus Kurzdistanz klärte der Rapid-Innenverteidiger knapp vor der Linie ebenfalls mit "Köpfchen".

Wenig später machte Rapid mit dem ersten schön ausgespielten Konter der zweiten Hälfte alles klar: Der eingewechselte Schobesberger behauptete nach Zuspiel von Florian Kainz den Ball im Strafraum souverän, seinen Pass verwertete Jelic aus wenigen Metern zu seinem vierten Saisontreffer.

Das Ergebnis:
FK Austria Wien - SK Rapid Wien 0:3 (0:2)
Wien, Generali-Arena, 12500, SR Harkam
Tore: 0:1 ( 9.) Murg, 0:2 (14.) S. Hofmann (Foul-Elfmeter), 0:3 (72.) Jelic
Gelbe Karten: Venuto, Sikov, Kayode bzw. Jelic, S. Hofmann
Austria: Hadzikic - Koch, Sikov, Rotpuller, Martschinko - Holzhauser, Serbest - Gorgon, Kehat (46. Friesenbichler), Venuto - Kayode
Rapid: Strebinger - Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Stangl - Petsos, Schwab - Murg (66. Schobesberger), S. Hofmann (60. Grahovac), F. Kainz - Jelic (77. Tomi)

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