So, 19. November 2017

Weltcup in Japan

14.02.2016 08:39

Naeba-Slalom: Marco Schwarz rast aufs Podest

Bravo, Marco Schwarz! Der 20-jährige Kärntner katapultierte sich im Slalom von Naeba in der Nacht auf Sonntag mit einer beherzten Fahrt im zweiten Durchgang auf das Podest. Er landete hinter dem deutschen Sieger Felix Neureuther und dem Schweden Andre Myhrer (+0,05 Sekunden) auf dem dritten Platz (+0,24).

Der Deutsche Fritz Dopfer, der nach dem ersten Durchgang geführt hatte, wurde Vierter - unmittelbar vor den beiden Österreichern Marc Digruber und Michael Matt. Marcel Hirscher schied schon im ersten Lauf mit einem Einfädler aus. Der Slalom-Dominator des heurigen Winters, Henrik Kristoffersen, landete auf Rang sieben. Der Vorsprung von Hirscher im Gesamtweltcup auf den Norweger beträgt noch 88 Zähler.

"Es ist schnell gegangen, es war ein kurzer Auftritt", nahm Hirscher den Einfädler mit Humor. "Der Ausflug nach Japan war nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Jetzt bin ich froh, dass ich nach Hause fahren kann."

Quartett geigt groß auf
Neben Hirscher waren im ersten Lauf aus dem österreichischen Team auch Christian Hirschbühl, Roland Leitinger, Wolfgang Hörl und Reinfried Herbst ausgeschieden, das übrige Quartett geigte aber groß auf. Allen vier gelang im Finale eine deutliche Steigerung. Schwarz fuhr von Zwischenrang 12 auf 3, Marc Digruber von 11 auf 5, Michael Matt mit Laufbestzeit von 22 auf 6 und Manuel Feller mit zweitbester Laufzeit von 25 auf 13.

Matt, jüngerer Bruder des zurückgetretenen Olympiasiegers Mario Matt, hatte im ersten Durchgang Startnummer 41, bei den schwierigen Pistenverhältnissen war er einer der wenigen, der sich mit einer höheren Nummer noch für das Finale qualifizierte.

Slalom-Trainer: "Fantastisch"
"Fantastisch, mit so einem Ergebnis war nicht zu rechnen. Hervorragend, wie sie sich präsentiert haben", lobte Slalom-Cheftrainer Marko Pfeifer sein Team. "Wir sind gut drauf. Dass drei von uns da vorne mit dabei sind, ist brutal geil", sagte der 20-jährige Kärntner Schwarz, der in dieser Saison bereits in Madonna Dritter war. "Ich bin überglücklich. Im Finale habe ich mir gesagt, jetzt brenne ich voll an. Es ist mir alles aufgegangen und jetzt stehe ich schon wieder auf dem Podium."

Im Training sei es immer schon gut gegangen, im Rennen sei es nochmal was anderes. "Da ist viel Drumherum. Da muss man einfach cool bleiben und sein Ding durchziehen." Auch der flache Hang sei ihm entgegengekommen.

Digruber: "Coole Truppe"
Der 27-jährige Digruber jubelte über das beste Ergebnis seiner Karriere, zweimal war er davor erst in den Top-Ten, jeweils heuer übrigens (9. Santa Caterina, 10. Schladming). "Ich habe Marco zugeschaut, der hat ordentlich Gas gegeben. Da habe ich mir gedacht, das muss ich auch tun. Wir sind alle gut Ski gefahren, wir sind eine coole Truppe und werden weiter Gas geben. Wir sind alle mehr als zufrieden."

Matt freute sich, dass der nach einer Materialumstellung nun auf einem gutem Weg sei. "Schritt für Schritt weiter so, dann schaut sicher mal ein Podest raus", meinte der 22-jährige Tiroler, der sein bisher bestes Weltcup-Ergebnis - 16. in Wengen 2015 - gleich um zehn Ränge unterbot. "Man muss einfach geduldig bleiben, ich wusste vom Training, dass ich so schnell bin wie meine Teamkollegen." Einen Sicherheitslauf hatte laut eigenen Angaben der ein Jahr ältere Feller im ersten Durchgang eingelegt, war er doch zuletzt dreimal ausgefallen. "Da blieb dann im zweiten nichts als attackieren."

Dopfer zeigt schon wieder Nerven
Das tat auch der zur Halbzeit fünftplatzierte Neureuther, der seinen nach Lauf eins führenden Landsmann Fritz Dopfer was vorlegen wollte. Und wie am Vortag im Riesentorlauf gelang es Dopfer abermals nicht, seinen ersten Weltcupsieg ins Trockene zu bringen, er fiel auf Platz vier zurück. Zum insgesamt zwölften Mal seiner Karriere stand so Neureuther ganz obenauf, zum zehnten Mal im Slalom.

"Ich habe den Jungs zugeschaut, die sind alle gewaltig gefahren. Ich wusste, ich muss Vollgas geben. Die Bedingungen sind nicht besser geworden, es hat zu regnen angefangen, meine Brille hat beschlagen", erzählte Neureuther im Interview. "Ich war schon in Schladming sehr schnell unterwegs, der Einfädler war bitter. Aber ich hatte wieder ein gutes Gefühl im Slalom. In Schladming hätte ich lieber gewonnen, aber hier ist es auch schön. Perfekt", meinte er.

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