Fr, 24. November 2017

Grüne fordern:

11.02.2016 12:50

Neue Wege für den Wintertourismus

Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen: Aufgrund der globalen Klimaerwärmung wird künftig nur eins von zehn deutschen Skigebieten schneesicher sein. Und: Ein Drittel der Skigebiete in den Alpen wird langfristig nur durch den Einsatz von Kunstschnee erhalten bleiben.

Das vermeldete eine deutsche Nachrichtenseite und beruft sich auf einen Bericht der deutschen Bundesregierung, basierend auf Erkenntnisse des Uno-Klimarats, der OECD und des Deutschen Alpenvereins. Viel zu lange habe man die Folgen des Klimawandels ignoriert, was sich besonders im Ski-Tourismus rächen wird, der zunehmend auf Kunstschnee setzen muss.
Schon jetzt können bis zu 85 Prozent aller Skipisten-Flächen im Land Salzburg künstlich beschneit werden - Tendenz steigend. Denn besonders betroffen von der klimatischen Entwicklung ist die Alpenregion, die sich schneller erwärmt als das übrige Europa. "Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat sich der Alpenraum um zirka zwei Grad, das übrige Europa aber nur um rund ein Grad erwärmt", erklärt der Klimaforscher Jürgen Kropp vom Institut für Klimaforschung in Potsdam im Interview mit der "Krone".

Eine mögliche Lösung wäre es, verstärkt neue Tourismus-Potenziale zu beleben, um sich wirtschaftlich vom Ski-Tourismus zu emanzipieren. Davon will die Branche aber hierzulande nichts wissen. "Sagen Sie einem Skifahrer, der den Schnee liebt, dass er Wandern gehen soll. Das sind Ideen, die es gar nicht wert sind, dass ich darüber diskutiere", wischt Salzburgs Seilbahnenchef Ferdinand Eder den Vorschlag beiseite. Er ist sich sicher: "Wenn wir heute Angst hätten, wie uns das manche prophezeien, dann dürften wir gar nicht mehr investieren. Dann wären wir aber in fünf Jahren erledigt."

Kunstschnee wohl keine langfristige Lösung
Diskussionsbereiter zeigt sich hier der Landtagsabgeordnete und Landessprecher der Grünen Wirtschaft Salzburg, Josef Scheinast. Er geht mit der aktuellen Strategie im Wintertourismus hart ins Gericht. Diese setzt nämlich verstärkt auf Kunstschnee, wie Eder erklärt: "Unsere Investitionen werden für die nächsten 20 bis 30 Jahre ausgelegt und da sehen wir in der Optimierung der technischen Beschneiung eine wichtige Maßnahme, um den Wintersport abzusichern." Er räumt allerdings ein, dass durch die aktuelle Entwicklung die Betreiber von Kleinstliftanlagen in tieferen Regionen langfristig auf der Strecke bleiben werden. "Wir bedauern das sehr", so der Seilbahner-Obmann. "Aber wir werden bei unsere Strategie bleiben." Klimaexperte Kropp bezweifelt die Zukunftsfähigkeit des Konzepts: "In niedrigen Lagen kann Kunstschnee eine Lösung sein, aber bei einer sich weiter beschleunigenden Erwärmung nur noch für die nächsten 20 bis 30 Jahre."

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